ÖBB: Ausbau der S 7 erreicht Höhepunkt

Lang erwarteter Tunneldurchstich 173 Tage vor Neueröffnung

ÖBB (Wien) - Heute, Dienstag, um exakt 12.00 Uhr Mittag, erfolgte der lang erwartete Tunneldurchstich für die neue Flughafenschnellbahn S 7. Damit läuten die ÖBB die Schlussphase ihres größten Infrastrukturprojektes in Wien ein. Große Baugeräte haben sich seit über zwei Jahren von beiden Seiten Richtung Tunnelmitte durchgearbeitet. Nun wurde der letzte Erdkern entfernt, beide Tunnelabschnitte wurden damit zusammen geführt. In den nächsten Monaten können nun die Innenarbeiten abgeschlossen und die Verlegung der Gleise fertig gestellt werden. Am 15. Dezember rollt die Schnellbahn erstmals durch diesen neuen Tunnel.****

Rund 342 Mio. EUR werden in den Bau der neuen S 7 insgesamt investiert, 240 Mio. EUR davon allein in Wien. Zentrales Element des zweigleisigen Ausbaues ist der 1.700 Meter lange Tunnel zwischen der Haltestelle Rennweg und Simmering. Mit dem Tunneldurchstich können nun die neuen Gleise, Signalanlagen und die Stromversorgung für den Bahnverkehr ab 15. Dezember 2002 errichtet werden. Die Arbeiten liegen exakt im vorgesehenen Zeitplan. Aus baulicher Sicht stellt der Tunnel eine der größten Herausforderungen im Rahmen des Ausbaues der S 7 dar. Allein dafür wurden 3.900 Bohrpfähle mit einer Gesamtlänge von 55 km eingesetzt - das entspricht einer Höhe, die sieben Mal so groß wie der Mount Everest ist.

Tunnel bringt weichenstellende Veränderungen
Für den Bahnbetrieb und für die Entwicklung der Stadt ist der Tunnel von vorrangigem Interesse. Einerseits wird dadurch ein kreuzungsfreies Ausbinden aus der Schnellbahn-Stammstrecke erreicht. Dies ist notwendig, um die Kapazitäten der nunmehr zweigleisigen Strecke auch wirklich nützen zu können, ohne die Kapazitäten der für Wien besonders wichtigen Schnellbahn-Stammstrecke einzuschränken.

Andererseits bringt die Tunnellage eine deutliche Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung entlang der Strecke. Die Lärmentwicklung bleibt unter der Erde, was in der urbanen Umgebung eine weichenstellende Veränderung für die nächsten Generationen bedeutet.

Darüber hinaus werden durch die Tunnellage der Bahnstrecke große Liegenschaften an der Oberfläche frei und können für Stadtentwicklungsprojekte genutzt werden. Im Bereich der Haltestelle Rennweg, die zur Zeit in Tieflage völlig neu errichtet wird, ist ein moderner Bürokomplex an der Oberfläche bereits in Fertigstellung. Im Bereich der Aspang Gründe laufen die Vorbereitungen für das Projekt EUROGATE des Architekten Sir Norman Foster. Bei der frei werdenden 220.000 m² großen Liegenschaft ist die Entwicklung eines völlig neuen Stadtviertels mit Wohnungen, Büros und Business-Einrichtungen geplant. Voraussetzung dafür ist die Fertigstellung der neuen Flughafen-Strecke, die mit 15. Dezember Wirklichkeit wird.

Neue Haltestellen und umfassender Lärmschutz
Im Zuge des S 7-Ausbaues werden fünf Haltestellen völlig neu errichtet: die Haltestelle Rennweg, die gleichzeitig Herzstück der Schnellbahn-Stammstrecke ist, die neue Haltestelle St. Marx bei der Landstraßer Hauptstraße, die neue Haltestelle Geiselbergstraße, die verbesserte Umsteigewege zur Straßenbahn sicher stellt, die Haltestelle Zentralfriedhof sowie die Haltestelle Simmering Süd.

Zentraler Bestandteil des S 7-Ausbaues ist ein umfassender Lärmschutz. Neben der Untertunnelung sorgen Lärmschutzwände im Gesamtausmaß von über 20.000 m², Lärmschutzfenster bei besonders belasteten Wohnhäusern und das sogenannte Masse-Feder-System - eine High-Tech-Einrichtung unter den Gleisen, die Lärm und Erschütterungen nach unten hin absorbiert bevor diese sich weiter entwickeln können -für optimalen Lärmschutz, der weit über die gesetzlichen Bestimmungen hinausreicht.

Im Programm des S 7-Ausbaues ist außerdem die Oberflächengestaltung dieser Bereiche samt Begrünung enthalten, die bis zum Frühjahr 2003 realisiert wird.

Zusammenarbeit mit der Stadt Wien
Wichtig für die ÖBB ist die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wien, die Partner bei der Infrastrukturfinanzierung, der künftigen Verkehrsabwicklung und bei der Immobilienentwicklung ist. 20% der Infrastrukturkosten im Wiener Bereich werden von der Stadt Wien getragen, beim künftigen Verkehrsangebot tritt die Stadt Wien wie auch andere Bundesländer als Auftraggeber auf und bei der Stadtentwicklung ist sie die entscheidende Stelle für Flächenwidmungen und Bebauung. Die hohe Kompetenz der ÖBB in den Bereichen Bahnfahren, Betrieb und Infrastrukturerrichtung, wie dies bei dem Großprojekt S 7 deutlich zum Ausdruck kommt, ist für die erfolgreiche Verkehrs- und Stadteilentwicklung eine wichtige Voraussetzung.

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