Erstarrungs-Autonomie?

ÖH Uni Wien fordert maßgebliche Korrekturen vor Nationalrats-Beschluss

Wien (OTS) - Zu Beginn der parlamentarischen Ausschuss-Sitzungen warnt die ÖH Uni Wien heute vor den gravierenden Mängeln im Universitätsgesetz 2002. Bis zur ersten Leistungsvereinbarung im Jahr 2007 sind der Universität in vielen Bereichen die Hände gebunden. Auch das sogenannte "Globalbudget" entpuppt sich als sicherer Weg in eine "Stagnations-Uni".

"Wenn Sie gedacht haben, dass eine sogenannte "autonome" Universität Studienrichtungen, Universitätslehrgänge oder Institute selbstständig einrichten oder verändern kann, dann irren Sie leider gewaltig.", erklärt Werner Hromada, Vertreter der studentischen Kurie im Senat der Universität Wien. "Das Universitätsgesetz macht solche Änderungen nämlich erst mit der ersten Leistungsvereinbarung im Jahr 2007 möglich. Bis dahin steht alles still. Ohne entsprechende Änderungen wird unsere Uni nur in der Erstarrung Weltklasse.", so Hromada weiter.

Ähnliche Probleme entstehen im Budget aufgrund der Deckelung des Gesamtbetrags und der Koppelung mit dem formelgebundenen Budget. "Wenn an einer Uni der Bedarf steigt, werden alle anderen bestraft -und wenn eine Uni besser wird, zahlen die anderen drauf!", skizziert Hromada die Problematik. "Nur wenn die leistungsgebundene Reserve gesondert ausgewiesen und ausschließlich für Verbesserungen ausgeschüttet wird, funktioniert das Anreizsystem," so Hromada weiter. Außerdem sieht er das Regierungsziel, die Forschungsquote auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu heben, außer Sichtweite.

Neben der sachlich in vielen Bereichen noch unkorrekten Formulierung ist auch die "ideologisch begründete Demütigung der Mittelbau-Kurie", die Hromada kritisiert. "Für mich ist es vollkommen klar, dass ich meine Funktion als Kuriensprecher niederlegen werde, sollte das Gesetz in dieser Form beschlossen werden. Ich fordere auch meine KollegInnen der studentischen Kurie sowie die Kurie des Mittelbaus und der allgemein Bediensteten auf, dieses Zeichen des Protests zu setzen.", so Hromada abschließend. Nicht zu Unrecht haben sich gestern 95 Prozent der Universitätslehrenden in Innsbruck gegen das UG 2002 ausgesprochen.

Achtung:

Die Power-Point-Präsentation von Werner Hromada "Einblick in die Praxis des Universitätsgesetzes 2002" gibt es auf unserer Homepage:
http://oeh.univie.ac.at/UNI_NEU.ppt

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Florian Müller
ÖH Uni Wien
Tel.: 0676-630.40.88

Werner Hromada
Studentische Kurie im Senat
Tel.: 0676-418.96.22

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