Land Tirol verweigert weiterhin Natura 2000 Schutz für die Isel

Umweltschützer appellieren an die Tiroler Landesregierung - Natura 2000 Schutz für die Isel darf nicht dem parteipolitischen Hickhack in Tirol zum Opfer fallen.

Innsbruck (OTS) - Morgen verhandeln EU-Experten mit dem Land
Tirol. Es geht auch um die Natura 2000 Nachnominierung der Isel. Tirol soll die Isel freiwillig unter Natura 2000 Schutz stellen und keine Strafzahlungen riskieren.

Während auf Initiative des österreichischen Umweltdachverbandes, des Kuratorium Wald, des österreichischen Alpenvereins und des Vereins zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol die europäische Kommission das Beschwerdeverfahren gegen das Land Tirol nunmehr offiziell eingeleitet hat, verstärken Naturschutzlandesrätin Gangl und der oberste beamtete Naturschützer Hofrat Liebl die ablehnende Haltung des Landes Tirol.

Gerade die jüngsten Aussagen des beamteten und weisungsgebundenen Leiter der Tiroler Umweltschutzabteilung Hofrat Dr. Gerhard Liebl stoßen bei den Umweltorganisationen und Umweltexperten auf völliges Unverständnis.

Zunächst ist völlig unklar auf welcher wissenschaftlichen Basis die Tiroler Umweltschutzabteilung eine Natura 2000 Nominierung der Isel ablehnt. Es wäre Aufgabe der Umweltschutzabteilung gewesen, eine umfangreiche Untersuchung vorzunehmen, um dann über das weitere Schicksal der Isel objektiv befinden zu können. "Einfach nur grundlos abzulehnen, das ging auch schon beim Lechtal schief", so Andreas Tschuggel vom Kuratorium Wald. "Parteipolitische Ränkespiele in Osttirol und die unsachliche Ablehnung der Osttiroler VP-Fraktion können keine geeignete Grundlage für die Nichtnominierung der Isel sein", so Tschugguel weiter.

Dabei müssten bei Landerätin Gangl und Hofrat Gerhard Liebl die Alarmglocken bereits läuten. Denn im Oktober 2001 hat die Europäische Kommission in einem Bericht an die Republik Österreich die Nachnominierung der Isel für das gesamteuropäische Naturschutznetzwerk Natura 2000 gefordert. Darin wurde nämlich festgestellt, dass die deutsche Tamariske in Österreich unzureichend gemeldet worden ist, dies obwohl das Lechtal wegen der Tamariskenbestände bereits als Natura 2000 Gebiet gemeldet worden war.

Den Tiroler Naturschutzbehörden müsste bekannt sein, dass die bedeutsamsten Vorkommen der deutschen Tamariske in Österreich nur mehr im Einzugsbereich der Isel vorzufinden sind. Außerdem gilt es andere unbedingt zu schützende Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten an der Isel zu schützen. Dass also eine Natura 2000 Meldepflicht der Isel vorliegt, ist evident.

Die Umweltschutzorganisationen und die Europäische Kommission werden auch bei der Isel - wie schon seinerzeit beim Lech - weiterhin Druck machen müssen, bis die Tiroler Landesregierung endlich einlenkt und die Isel als Natura 2000 Gebiet nominiert, so Andreas Tschuggel vom Kuratorium Wald.

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