FP-Trammer: SP-Stadtplanungs- und Verkehrspolitik versinkt in ambitionsloser "Verplanung"!

Mißwirtschaft und Verschuldungspolitik in Wien sind Schuld am fehlenden Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Wien, 25-06-2002 (fpd) - Als "Märchenbudget" bezeichnete LAbg. GR Heike Trammer den Rechnungsabschluß der Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr während der Debatte im Wiener Gemeinderat.
Trammer kritisierte besonders den neuerlich angehäuften Schuldenberg der Wiener Stadtregierung, der sich in Rekordbelastungen und Investitionskürzungen für die Wiener Bevölkerung niederschlage. Durch diese verfehlte Wirtschaftspolitik der Bürgermeisterpartei betrugen z.B. die Investitionen im U-Bahnbereich nur mehr die Hälfte des Investitionsvolumens der ersten Hälfte der 90 er Jahre. Vor diesem Hintergrund bezeichnete Trammer die Tariferhöhungen bei den Wiener Linien um bis zu 25% als eine nicht nachvollziehbare und unberechtigte Benachteiligung für die Bürger der Stadt.

Als weiteres Beispiel für die verfehlte SP-Stadtplanungs- und Verkehrspolitik bezeichnete Trammer die langjährige und endlose Diskussion rund um den neuen Bahnhof Wien. Die Wiener Freiheitlichen fordern seit Jahren den sg. "Streudel-Tunnel" zu bauen um mit einem neuen Gleis die S-Bahn am Süd- bzw. Ostbahnhof enden zu lassen und weiters mit einer Weiterführung über den Südtiroler Platz die Bahn weiter nach Meidling und Hütteldorf führen zu lassen. Die SP-Stadtregierung hat sich bis zum heutigen Tag zu keiner Entscheidung durchringen können.

Als weiteren Schildbürgerstreich, welcher den Wienerinnen und Wienern noch einiges an Kopfzerbrechen bereiten wird, thematisierte Trammer die ambitionslose U-Bahnplanung in Wien. Der neu entstehende Stadtteil "Monte Laa" benötigt ebenso dringend eine U-Bahnanbindung wie auch die Stadtentwicklungsgebiete im 22. Bezirk.
Statt dessen, so Trammer, plant man munter an den wesentlichen Verkehrsknotenpunkten vorbei, und läßt nach den Planungsfehlern der 70´er Jahre nunmehr auch die Twintowers ohne U-Bahnanbindung und Straßenbahnanbindung "im Acker" stehen.
Auch die Verlängerung der U3 nach Dornbach und Kaiserebersdorf wäre für uns wünschenswert, wobei gerade die U3 in Ottakring so gebaut wurde, daß eine Verlängerung nur bei der Schleifung mehrere Häuserzeilen möglich wäre.

Vor diesem Hintergrund erneuerte Trammer die Forderung der FPÖ die Planungen für die Verlängerung aller U-Bahnen an den Stadtrand aufzunehmen, um eine nachhaltige Eindämmung der Einpendelungen nach Wien zu erreichen. Das oftmalige Argument der mangelnden Geldmittel wies Trammer zurück, da die Kosten in Wien für einen U-Bahnkilometer mit Sicherheit noch minimiert werden können. Trammer verwies dabei auf die Stadt München, die mit der Hälfte der Geldmittel die selbe Bauleistung erreicht. Leider habe die Wiener SPÖ eine genau Analyse dieser Situation mit ihrer Ablehnung eines Untersuchungsausschusses verhindert.

Abschließend kritisierte Trammer die fehlende Gendergerechtigkeit der Verkehrsplanung in Wien. Trammer rechnete vor, daß 2/3 aller Fußwege von Frauen zurückgelegt werden und bei der intelligenten Planung des öffentlichen Nahverkehrs offenbar darauf vergessen wurde. Trammer bezeichnete als unzumutbar, daß Frauen bei Hitze, Regen und Kälte mit Einkaufstaschen und/oder Kinderwägen ewig auf Bus oder Straßenbahn warten müssen und vor allem in den Stadterweiterungsgebieten oftmals benachteiligt werden. Daß derzeit Stadtplanung nur von Männern für Männer gemacht werde, zeige ein weiteres Manko dieser Wiener Stadtregierung. (Schluß) jen

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