WdF-Einkommenserhebung 2002 - Managereinkommen stagnieren

Wien (OTS) - Durchschnittliches Jahresgesamteinkommen nur um 0,97
% gestiegen - Durch schlechte Wirtschaftslage deutlich geringere Leistungskomponenten - Höchste Einkommen in den Versicherungen -Einbußen im IT- und Elektronikbereich - Firmenautos wieder die beliebtesten Fringe benefits - Kapitalbeteiligung auch für 2. und 3. Führungsebene im Steigen.

Der Einbruch der Konjunktur im Vorjahr spiegelt sich auch in den Managereinkommen in Österreich wider. So stieg laut der aktuell erschienenen WdF-Einkommens-erhebung 2002 das durchschnittliche Jahresgesamteinkommen gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres nur um 0,97 % und liegt damit bei Euro 121.000,- (brutto). Das durchschnittliche Jahresgrundgehalt (Bruttogehalt inklusive 13. und 14. Monatsgehalt, exklusive allfälliger Sonderzahlungen) erhöhte sich um 1,71 % auf Euro 100.000,- .

Besonders deutlich zeigt sich der aufgrund schlechter Geschäftsentwicklung geringer ausfallende variable Gehaltsbestandteil bei den Jahressalärs der 1. und 2. Führungsebene: In den Topetagen stiegen die Jahresgesamteinkommen nur um 0,44 % auf Euro 140.000,-, in der darunter liegenden Ebene (Bereichsleiter, Hauptabteilungsleiter) um 0,57 % auf Euro 102.000,-. Erheblich ist die Einkommenskluft zwischen Frauen und Männern: Während das durchschnittliche Jahresgesamteinkommen der an der Umfrage mitwirkenden weiblichen Führungskräfte bei Euro 86.000,- und damit um 5,25 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres liegt, verdienen ihre männlichen Kollegen Euro 124.000,- was einem Plus von 1,93 % entspricht.

Nach Wirtschaftszweigen, Branchen und Tätigkeitsbereichen betrachtet, zählen zu den Spitzenverdienern vor allem die Führungskräfte aus den Versicherungen mit Euro 153.000,-, aus dem Bereich Bau/Stein/Keramik/Glas mit Euro 157.000,- (Antwortende große Anzahl aus 1. Führungsebene) und jene im Management allgemein mit Euro 137.000,-. Weniger erfreulich ist die Gehaltssituation für die Manager in den sogenannten New Economy-Unternehmen. Durch den abflauenden Boom müssen Führungskräfte in den Bereichen Elektro/Elektronik Einbußen von 3,88 % (Euro 120.000,-) und EDV / IT gar solche um 6,15 % (Euro 117.000,-) hinnehmen.

Ebenso sind von der niedrigeren Geschäftserwartung die Führungskräfte in den börsenotierten Unternehmen mit Beteiligung der öffentlichen Hand betroffen. Das Jahresgesamteinkommen der dortigen Manager beträgt heuer rund Euro 148.000,-. Das ist bedingt durch geringere Sonderzahlungen und niedrigere Leistungstangenten um 8,19 % weniger als im Vorjahr. Die Jahresgagen in den ausländischen Konzerntöchtern und in den österreichischen Privatunternehmen belaufen sich mit Euro 128.000 bzw. Euro 114.000,- in ähnlichen Größenordnungen wie 2001.

Wie auch die diesjährigen Umfrageergebnisse zeigen, wird der variable Gehaltsbestandteil immer mehr zu einem fixen Element des Entlohnungssystems. 72 % der mitwirkenden Führungskräfte erhalten einen Teil ihres Gehalts variabel ausbezahlt. Bei 38 % liegt der variable Anteil in einer Größenordnung von bis zu 15 %, bei 41 % zwischen 16 bis 30 % und 21 % bereits mehr als 30 %. Als Basisgröße werden am häufigsten die Zielerreichung mit 55% und der Gewinn mit 45 % herangezogen.

Das beliebteste Fringe Benefit ist noch immer das Dienstauto: 73 % aller an der Erhebung teilnehmenden Manager bekommen von ihrem Arbeitgeber einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt. An der Spitze der Beliebtheitsskala und weiterhin ungeschlagener Favorit ist Audi mit 33 %, gefolgt von BMW (19 %) und VW (15 %). Das einstige Statussymbol Mercedes wird hingegen nur noch von rund 8 % der Manager favorisiert.

Nach dem Firmen-Pkw wird von den Unternehmen am häufigsten eine betriebliche Altersvorsorge gewährt. 50 % der antwortenden Führungskräfte erhalten eine solche, die am häufigsten in Form einer Alterspension via Pensionskasse(49 %) oder Versicherung (23 %) finanziert wird. Andere Zusatzleistungen wie Zusatzkranken- und Unfallversicherung sowie Firmenwohnungen oder -häuser haben eine weiterhin rückläufige Tendenz.

Der im Vorjahr aufgrund der gesetzlich verankerten Steuererleichterung bei der Gewährung von Stock Options einsetzende positive Trend, Führungskräften eine Kapitalbeteiligung anzubieten, hält weiter an. Insgesamt geben 15 % der Umfrageteilnehmer an, eine solche zu erhalten. Erfreulich ist dabei zu vermerken, dass eine Beteiligung am Unternehmen nunmehr auch vermehrt Führungskräfte der 2. Führungsebene (17 % gegenüber 11 % im Jahr 2001) und 3. Führungsebene 15 % (01: 4 %) lukrieren können. Zu 67 % erfolgt die Kapitalbeteiligung in Aktienoptionen/Stock Option und zu 23 % in Aktiensparplänen.

Dass für die Entscheidungsträger unseres Landes die private Altersvorsorge immer mehr zur Selbstverständlichkeit wird, zeigen auch die heurigen Ergebnisse: 85 % der Führungskräfte sorgen bereits zusätzlich privat vor und wenden durchschnittlich 7,4 % ihres jährlichen Bruttoeinkommens dafür auf. Beliebteste Anlageform ist dabei die Lebensversicherung mit 77 %. Andere Anlageformen wie Wertpapiere, Aktien und Fonds liegen mit 52 % jedoch auch im Trend.

Managerprofil 2002

Der typische Manager laut WdF-Erhebung ist 47 Jahre alt, männlich, hat ein Studium absolviert und ist im Bereich Management allgemein in einem österreichischen Privatunternehmen der Industrie mit Rechtsform GmbH tätig. Er ist dort seit mehr als 10 Jahren beschäftigt, für 83 Mitarbeiter und ein Budget von Euro 36 Mio. verantwortlich. Seine wichtigsten Motivationsfaktoren sind Entscheidungskompetenz und Verantwortung (88 %) und die Bewältigung neuer Herausforderungen (79 %).

Quelle:
WdF-Einkommenserhebung 2002
Befragungszeitraum März und April 2002
Zahl der antwortenden Führungskräfte: 590

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