Ö1 gratuliert dem "Bilderschriftsteller" Paul Flora zum 80. Geburtstag

Wien (OTS) - Am 29. Juni wird der Zeichner Paul Flora 80. Jahre
alt. Aus diesem Anlass stehen zwei Sendungen auf Österreich 1 ganz im Zeichen des "Bilderschriftstellers": der "Ö1-Essay" am 28. Juni um 9.45 Uhr und die "Hörbilder" am 29. Juni um 9.05 Uhr.****

Der "Bilderschriftsteller" ist der Titel des "Ö1-Essays" von Karl-Markus Gauß am Freitag, den 28. Juni um 9.45 Uhr auf Ö1; "Über die Kunst, von allen geliebt zu werden" nennt Heidy Kessler ihr Feature in den "Hörbildern" am Samstag, den 29. Juni um 9.05 Uhr auf Ö1. Weiters ist in der ORF CD-Edition "Radioliteratur" die CD "Paul Flora liest Paul Flora" erschienen.

Der am 29. Juni 1922 geborene Flora zaubert mit dem Strich: Er kann, Strich an Strich setzend, sogar Schnee aufs Blatt bringen und mit schwarzer Tusche den Eindruck von blendendem Weiß erzeugen. Licht und Schatten - Strichwerk, man könnte es mit dem Vergrößerungsglas genauer ins Auge fassen und käme doch nicht hinter das Geheimnis. Die Ausstellungen des Paul Flora sind um die Welt gegangen, und die Liste der Verehrer, die dem Zeichner die Reverenz erwiesen, ist lang. Friedrich Dürrenmatt rühmte ihn als Experten für untergehende Welten, Georges Simenon hielt schriftlich seine Absicht fest: "Vor ihm ziehe ich meinen Hut", und Erich Kästner nannte ihn trefflich einen "Bilderschriftsteller".

Flora empörte sich stets wider politische Machtanmaßung, und er ist ein Melancholiker, der um die Fragwürdigkeit des Fortschritts weiß. Als Zeichner hat er die Dummheit mit satirischer Feder aufgespießt und Bilder voll hintergründiger Poesie geschaffen. Sie sind um die Welt gegangen und haben die seltene Gabe, den Kenner und den Laien zu erfreuen. Stilsicherheit zeigte Österreichs bekanntester Zeichner schon bei seiner Geburt: Er wurde im Südtiroler Glurns, der kleinsten Stadt Europas, geboren und noch dazu in der Floragasse. Die mittelalterliche Minifestung erweckte schon früh des Zeichners typische Vorliebe für behagliche Schauerromantik. Düstere Raben, kauzige Damen und unheimliche Tiroler bevölkern Floras erfolgreichste Werke. Am Menschen Paul Flora ist freilich nur eines unheimlich: Alle mögen ihn. Von Hamburger "Zeit"-Lesern bis zur Blumenfrau, vom Bäcker bis zum Landeshauptmann reicht die klassen- und alterslose Fangemeinschaft.(ih)

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