Hartinger: "Schulärztlicher Fleckerlteppich" braucht Qualitätsstandards

Fortführung des "Mutter-Kind-Passes" in Form eines "Schul-Gesundheits-Passes"

Wien, 2002-06-25 (fpd) In einer heute gemeinsam mit LAbg. Mag. Heidrun Schmalenberg und der Vizepräsidentin des Wiener Stadtschulrates Monika Mühlwerth abgehaltenen Pressekonferenz, forderte die freiheitliche Abgeordnete Mag. Beate Hartinger Qualitätsstandards für die Schulärzteversorgung. "Während es sehr engagierte Schulärzte gibt, die sich mit persönlichem Einsatz um die Gesundheit der Kinder bemühen, gibt es auch eine Vielzahl von Schulärzten, die gerade mal die gesetzlichen Mindesterfordernisse erfüllen". Das Problem dabei sei jedoch, daß es zur Zeit keine klaren Verantwortlichkeiten gebe. "Das BMBWK ist zuständig für die unterrichtsbezogene Gesundheit und das BMSG für die Gesundheitsvorsorge. Diese Kompetenzabgrenzung führt dazu, daß die Juristen des BMBWK sich weigern die Untersuchungen der Zähne oder der Schilddrüse zuzulassen, da diese Untersuchungen nicht den Schulbesuch betreffen" kritisierte Hartinger. ******

Als Lösung wäre für Hartinger eine "unabhängige Schulärzteagentur" nach dem Vorbild der Ernährungssicherheits-Agentur vorstellbar. "Dort können Praktiker agieren, für die die Gesundheit der Kinder im Mittelpunkt steht, die von bürokratischen Hürden bloß demotiviert werden. Diese Agentur soll für die Ausbildung der Schulärzte, sowie Vorsorgeuntersuchung und Dokumentation einheitliche Standards normieren. "In den letzten 10 Jahren gab es im Schularztwesen einen derartigen organisatorischen Fleckerlteppich, daß die gewonnenen Daten über den Gesundheitszustand unserer Kinder nicht ausgewertet werden konnten, geschweige denn diese Daten in die Prävention einfließen würden", so Hartinger weiter.

"An Hand der Zahlen der Stellungskommissionen (aus Stellungsuntersuchungen) zeige sich, daß rund 20 Prozent der Stellungspflichtigen wegen Gehörschäden, sechs Prozent wegen Orthopädischer Störungen oder drei Prozent wegen Neubildungen von Tumoren untauglich seien. "Daran erkennt man wie wichtig die Fortführung des Mutter-Kind-Passes in der Form eines Schul-Gesundheits-Passes ist. Rund zwei Millionen Eltern vertrauen darauf, daß unsere Schulärzte auch Gesundheitsprävention betreiben. Diesem Vertrauen müssen wir in Zukunft gerecht werden", erklärte Hartinger abschließend. (Schluß)

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