SJÖ: Fall des Diskriminierungsparagrafen 209 war überfällig

Kollross: Fordere ersatzlose Streichung!

Wien (SK) "Hoch erfreut" zeigte sich Andreas Kollross, Verbandsvorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich, über den Fall des Diskriminierungsparagrafen 209. "Das Urteil des Verfassungsgerichtshofes war schon längst überfällig. Allerdings muss die Regierung dafür Sorge tragen, dass die Gleichstellung von Homosexuellen nun im Gesetz verankert wird. Eine Anhebung des generellen Schutzalters auf 16 Jahre wäre ein Rückschritt", erklärt Kollross am Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Kollross spielt hier auf Äußerungen von VP-Justizsprecherin Maria Fekter an: "Es gibt genügend gesetzliche Regelungen, die dazu bestimmt sind, Jugendliche vor sexuellem Missbrauch zu schützen. Die ÖVP ignoriert hier noch immer die Tatsache, dass die meisten Fälle von Missbrauch in der eigenen Familie vorkommen. Diese traurige Tatsache sollte nicht dazu führen, dass Jugendliche in ihrem Beziehungsleben eingeschränkt werden. Die Auswirkungen der Anhebung des Schutzalters würde die falsche Zielgruppe, nämlich die Jugendlichen selbst, treffen."

Das Urteil des Verfassungsgerichtshofes sei aber auf jeden Fall ein Signal in die richtige Richtung: "Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen, die durch den Paragraphen 209 strafrechtlich diskriminiert wurden. Eine Generalamnestie für all jene, die aufgrund dieses Paragrafen verurteilt wurden, wäre die nächste logische Konsequenz. Außerdem fordere ich die ersatzlose Streichung dieses Diskriminierungsparagrafen. Auch die Bundesjugendvertretung fasste vor kurzem auf Initiative der Sozialistischen Jugend den Beschluss zu einem klaren 'Nein' zum Paragrafen 209. Damit gibt es eine breite Front der österreichischen Kinder- und Jugendorganisationen gegen diesen Diskriminierungsparagrafen." (Schluss) ml/mm

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