Österreichs kunststoffverarbeitende Industrie unter Druck

Massiver Anstieg der Rohstoffpreise

Wien (PWK458) - Mit massiven Preiserhöhungen bei den
Vormaterialien hat die österreichische kunststoffverarbeitende Industrie zu kämpfen. Seit Jahresbeginn stiegen die Rohstoffpreise rasant an. "Die Branche ist an eine starke Fluktuation der Rohstoffkosten gewöhnt, das heurige Jahr übertrifft aber nahezu alles bisher Dagewesene", erläutert Dkfm. Erich Wach, Obmann der Berufsgruppe kunststoffverarbeitende Industrie im Fachverband der chemischen Industrie, die Situation.

Die Preisanstiege beliefen sich innerhalb kurzer Zeit z. B. bei Polystyrol auf + 70 %, bei Polyethylen auf + 60 %, bei PVC auf knapp + 57 % und bei Polypropylen auf + 40 %. Dazu kommt es auch zu Versorgungsengpässen.

Die wirtschaftliche Situation war schon im Vorjahr durch einen Konjunkturabschwung gekennzeichnet. Nach einem sehr guten Jahr 2000 mit einem Plus von 13,7 %, schrumpfte die Wachstumsrate 2001 auf magere 2,5 %. Die ca. 1.000 Betriebe der Kunststoffverarbeitung mit rund 23.000 Beschäftigten erreichten damit einen Produktionswert von etwa 3 Milliarden Euro. Besonders Bereiche, die in den Bausektor liefern, wie z. B. Rohre, Profile oder Dämmstoffe mussten, bedingt durch die schwache Baukonjunktur und den Rückgang öffentlicher Fördermittel, empfindliche Absatzeinbußen hinnehmen. Im Verpackungssektor liefen Folienverpackungen schlecht, Flaschen und andere Hohlkörper konnten noch etwas zulegen. Konsumkunststoffwaren entwickelten sich vergleichsweise besser.

Auch heuer ist die Nachfrage nur schleppend. Im Zeitraum Jänner/Februar stieg die Produktion um magere 1,5 %. "Umso härter trifft die Betriebe nun die Belastung durch die Rohstoffkosten", so Wach. Es sei schon jetzt abzusehen, dass die Rohstoffpreissituation zweifellos deutliche Spuren in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen wird.

Die Materialtangente liegt bei Kunststoffprodukten bei bis zu 60 %, dementsprechend gravierend wirkt sich der Rohstoffpreisanstieg auf die Produktpreise aus. Obwohl sich die klein- und mittelbetrieblich strukturierte Branche oft großen Firmen (internationale Konzerne, Handelsketten, Öffentliche Hand) mit entsprechender Nachfragemacht als Kunden gegenüber sieht, ist eine Überwälzung der Kosten unbedingt notwendig. Rationalisierungsmaßnahmen sind weitestgehend ausgeschöpft. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der chemischen Industrie
Dr. Johann Pummer
Tel.: (++43-1) 50105/DW 3372
pummer@fcio.wko.at

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK