UN-Tag für Folterüberlebende: Ohne therapeutische Hilfe keine Integration im Land

Weder verlogener Moralismus noch hysterischer Aktionismus hilft schwer traumatisierten Flüchtlingen.

Wien (OTS) - Die medizinisch und psychotherapeutische arbeitende Hiilfsorganisation Hemayat fordert zum UN-Tag für Folterüberlebende eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung schwer Traumatisierter in Österreich.

Die Hilfsorganisation Hemayat (persisch: Schutz) fordert anläßlich des UN-Tags für Folterüberlebenden am 26.Juni
die Verbesserung der medizinischen und psychologischen Versorgung von Folteropfern in Österreich. "Weder der verlogene Moralismus der letzten Jahre noch der hysterische Aktionismus jetzt, helfen Menschen mit schwerer Traumatiserung", erkärt Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich und Vorstandsmitglied von Hemayat.

Zwei Drittel der Flüchtlinge sind nicht krankenversichert. Besonders gravierend sei, dass die Warteliste von Flüchtlingen, die dringend medizinische Hilfe brauchen, sehr lang sei, so Schenk.

Der medizinische Leiter und Vorsitzende von Hemayat, Siroos Mirzaei, unterstreicht,dass es ohne Unterstützung und Begleitung für die Folterüberlebenden "keine Integration in einem neuen Land" geben könne. "Menschen, die Folter und Kriegstraumatisierungen erlitten haben, haben ein Recht auf medizinische und psychotherapeutische Betreuung - unabhängig von ihrer finanziellen Situation und von ihrem rechtlichen Status", betont Mirzaei.

"Ein funktionierendes soziales Netz, verständnisvolle Beziehungen und gesellschaftliche Anerkennung seien entscheidend für die Bewältigung des Traumas und für die Integration in eine neue Gesellschaft.", so Schenk weiter.In Österreich müsse es eine medizinische Basisversorgung für alle Flüchtlinge geben und die Gesundheitseinrichtungen für Folterüberlebende müssten unterstützt werden, Brigitte Lueger-Schuster, Psychologin von Hemayat, beschreibt die fatalen Auswirkungen von Folter. Die Menschen hätten ein Trauma erlebt,"einen Schlag gegen die Psyche, dem man nichts entgegensetzen kann". Sie seien "der Konfrontation mit dem Tod" entkommen. Es bleibe eine Wunde (griech. Trauma) mit den Folgen sozialen Rückzugs, Ess-und Schlafstörungen, Suizidneigung, Erinnerungsverlust. Hemayat begleitet auf dem Weg der Trauer um all das Verlorene und hilft den Betroffenen wieder Vertrauen in die Welt zu entwickeln.

Hemayat ist eine Hilfsorganisation zur medizinischen, psychologischen und psychotherapeutischen Betreuung von Folterüberlebenden. Zu Hemayat kommen Menschen, die politische Verfolgung, Krieg und Folter erlebt haben und deshalb aus ihrem Land flüchteten. Im letzten Jahr wurden über 200 Personen aus über 30 Ländern von Hemayat betreut, erklärte Schenk; von diesen waren an die 20 jünger als 19 Jahre. Nach UNO-Angaben sind fünf bis 30 Prozent der Flüchtlinge Folterüberlebende.

Rückfragen & Kontakt:

HEMAYAT - Betreuung von Folterüberlebenden
Tel.: 01/408 06 95/25 oder 0664/ 544 55 54
http://www.hemayat.org

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