Fiedler sieht nur die Möglichkeit entweder Steuersenkung oder Nulldefizit

Wien (OTS) - Der Präsident des Rechnungshofes Dr. Franz Fiedler zerstört klar und prägnant den Eindruck der Regierung, dass sich eine Steuersenkung und ein Nulldefizit zugleich ausgehen. "Eine Steuerreform gleichzeitig mit einem Nullbudget 2002/2003 geht nicht. Da muss es heißen: entweder - oder! " Aber das ist eine politische Entscheidung, da steht mir eine Wertung nicht zu," meinte Fiedler in einem GEWINN-Interview. Klar ist für ihn, dass sich Ersparnisse durch eine Verwaltungsreform nicht auf eine Steuersenkung auswirken werden. "Ich bin froh, dass diese Regierung Maßnahmen setzt, die ihre Vorgänger nicht angepackt haben. Da gibt es Verbesserungen, sie werden aber nicht ausreichen eine Steuersenkung zu finanzieren. Wir werden auch analysieren, wie das Nulldefizit zustande gekommen ist. Die ursprüngliche Ankündigung, dass es zu hundert Prozent oder zumindest zu zwei Drittel über Ausgabeneinsparungen erreicht wird, trifft nicht zu. Es ist eindeutig primär durch Einnahmensteigerungen erzielt worden.

Auch wenn Fiedler die Bemühungen zur Verwaltungsreform der derzeitigen Regierung würdigt, sieht er keine radikalen Veronderungsmöglichkeiten: "Was Österreich bräuchte, das ist eine Staatsreform, wo neu festgelegt wird, welche Aufgaben der Staat zu besorgen hat, was die Länder etc. Aufgrund der politischen Situation sehe ich gegenwärtig aber wenig Chancen, das zu ändern, daher wird man eben kleine Brötchen backen."

"Babylon"-Hauskauf in Wien offiziell

Schon im Jänner berichtete GEWINN über den Kauf jenes Teils des Palais Coburg in der Seilerstätte im Ersten Bezirk in Wien, in dem das Nobel-Bordell Babylon eingemietet ist. Ab sofort ist dieser Verkauf auch offiziell. Die Privatstiftung des deutschen Bauindustriellen Peter Pöhringer hat rund ein Zehntel des Palais um netto 2,6 Millionen Euro an die Seilerstätten Immobilien AG verkauft. Als Aktionär dieser AG scheint Kommerzialrat Herbert Vohryzka auf, bis zum Verkauf seiner Ford-Niederlassung in der Triester Straße vor zwei Jahren Österreichs größter Ford-Händler. Peter Pöhringer hat dem Käufer übrigens im Vertrag strikt verboten, den Namen "Palais Coburg" für seinen Hausanteil in welcher Form auch immer zu verwenden.

83 Prozent der heimischen Manager für gleiches Pensionantrittssalter von Frauen und Männern

Eine GEWINN-Befragung von über 200 heimischen Managern hatte zum Ergebnis, dass einerseits allgemein, unabhängig vom Geschlecht, länger gearbeitet werden sollte, und anderseits die Frauen genauso lange dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben sollen wie Männer.

Zur generellen Frage, ob man erst mit mehr Lenzen auf dem Buckel in Rente gehen soll, gab es eine knappe Mehrheit von 55 Prozent. 41 Prozent sehen keine Notwendigkeit in einer Anhebung und sind für die bisherige Regelung.

Die Emanzipation der Frauen sollte nach Meinung der Manager einen Schritt weiter umgesetzt werden. 83 Prozent sind für die Angleichung des Antrittsalters von Frauen und Männern. Wobei 41 Prozent jener Manager, die für eine Angleichung gestimmt haben, dafür sind, dass nur das Antrittsalter der Frauen erhöht werden soll. 48 Prozent wiederum sind für die Anhebung bei Frauen und Männern, mit einer stärkeren Erhöhung bei Frauen.

Eine klare Absage gab es bei dieser Umfrage dem Thema Frühpension. Ganze 94 Prozent der befragten Manager wollen eine Änderung der Frühpensionierung und nur sechs Prozent wollen die Frühpensionen aufrecht erhalten wie bisher.

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