"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Heißer Herbst" (Von Michael Jungwirth)

Ausgabe vom 22. Juni 2002

Graz (OTS) - Nicht nur bei George Orwells "Farm der Tiere", auch
in der EU gibt es Gleiche und Gleichere.

Aus Rücksicht auf Tony Blair, der das Match der Engländer gegen Brasilien vor der Mattscheibe verfolgen wollte, wurde der Beginn des EU-Gipfels um eine Stunde verschoben. Benita Ferrero-Waldner hielt sich hingegen an die Spielregeln und setzte ihre Pressekonferenz genau für die Halbzeit an.

In Sevilla wurde den Franzosen eine Ausnahme vom Euro-Stabilitätspakt zugestanden. Nur wenn es die Konjunktur zulässt, muss Paris 2004 ein ausgeglichenes Budget vorlegen. Karl-Heinz Grasser steht mit seinem Nulldefizit für 2002 jetzt als EU-Musterknabe da.

Während die EU auf Österreichs Wahlkalender bei der Erweiterung keine Rücksicht nimmt, will man der deutschen Innenpolitik vor den Wahlen im September nichts zumuten. Bei 40 Grad im Schatten wurde das Thema vertagt. Dafür steht der EU ein heißer Herbst ins Haus.

Ein Horrarszenario für die FPÖ, sofern sie die Erweiterung zum Wahlkampfthema machen will. Um ein vorbehaltloses Ja kommen die Freiheitlichen in der Hochblüte des Wahlkampfes nicht herum. Andernfalls müssen sie die Koalition verlassen. ****

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