In Kärnten wird die Kinderbetreuung flexibler gestaltet

Österreichweit einmaliger Verein in Zusammenarbeit mit Uni Klagenfurt - LR Dörfler will Kinderbetreuung ausweiten und verbessern - Verschiedene Pilotprojekte in verschiedenen Gemeinden - Kein Alterslimit und mehr Bewegung im Kindergarten

Klagenfurt (LPD) - Einen Schwerpunkt in Sachen Ausweitung und Verbesserung der Kinderbetreuung in Kärnten will Landesrat Gerhard Dörfler setzen. In St. Veit/Glan stellte der Kindergartenreferent heute den neugegründeten Verein "Kärntner Kinderbetreuung" vor. Diese Einrichtung zur Weiterentwicklung und Unterstützung von Kinderbetreuungseinrichtungen ist bislang in keinem Bundesland realisiert und hat österreichweit Modellcharakter, so Dörfler.

Mit diesem Verein wird ein Zentrum für Erziehung, Bildung und Betreuung errichtet, in welchem Lehrgänge, Kurse, Seminare, sowie Vorträge oder Symposien veranstaltet werden. Spezielle Aufgaben sind Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinderbetreuung, informierte der Erziehungswissenschafter Univ. Prof. Gerald Knapp von der Universität Klagenfurt. Damit werde beispielgebend Wissenschaft, Forschung und Praxis zusammengeführt, sagte Knapp.

Weiters soll laut Dörfler zur Erprobung von besonderen Formen der Kinderbetreuung im Kindergartengesetz ein Modellversuch verankert werden, der eine altersübergreifende Kinderbetreuung vom 1. Lebensjahr bis zum Ende der Schulpflicht ermöglicht. Dörfler: "Wir benötigen jetzt eine flexible, altersübergreifende Kinderbetreuung, da die Geburtenraten in den Gemeinden rückläufig und die Infrastrukturen unterschiedlich sind. Durch den Geburtenrückgang ist in Kärnten Kindergärten die derzeit gesetzlich vorgeschriebene Mindestzahl von 15 Kindern oft nicht immer gegeben. Andererseits benötigen Eltern Kinderbetreuungsplätze für unter dreijährige Kinder bzw. Kinder im Schulpflichtalter." Durch den Modellversuch könnten räumliche Ressourcen in Kindergärten genützt und der unterschiedliche Bedarf flexibel gedeckt werden, meint der Landesrat.

In Deutsch Griffen wird derzeit eine altersübergreifende Kindergartengruppe in Form des vorgesehenen Modellversuches errichtet, die im Herbst in Betrieb gehen wird. Dieses Pilotprojekt wird auch seitens des Landes begrüßt und finanziell unterstützt, so Dörfler, weil es in der ersten "Kinderscheck-Gemeinde" auf Grund der geringen Kinderzahlen bisher nicht möglich war, eine Kinderbetreuungseinrichtung nach den derzeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen zu schaffen. Auch bei den Eltern findet dieses Pilotprojekt großen Anklang, freute sich der Bürgermeister von Deutsch-Griffen, Hans Prodinger.

In Völkermarkt wiederum soll ab Herbst 2002 ein Bewegungskindergarten eingerichtet werden. Freude an der Bewegung lautet der Grundgedanke, den es im Rahmen des Kindergartens zu vermitteln gilt. Der Landesrat: "Bei Kindern im Kindergarten ist dies an und für sich nicht schwierig, denn man muss ihnen nur die Gelegenheit geben, ihre natürlichen Fähigkeiten einzusetzen." Warum den Kindern das nicht immer angeboten wird, hat für ihn einige Ursachen: In erster Linie sei es wichtig, bei den Kindergartenpädagogen selbst Freude an der Bewegung zu wecken bzw. ihnen die Möglichkeit und Rahmenbedingungen zu geben, diese auszuführen. Dörfler: "Gleichzeitig sehe ich in der Bewegung die positive Wirkung in ihrer Gesamtheit, beispielsweise als gesundheitsfördernde Maßnahme." (Schluss)

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