Energiemarktöffnung prägt Wiener Stadtwerke Jahresergebnis 2001

Energie-Umsatzrückgang durch Unbundling und Einführung des Energie-Wirtschaftsjahres

Wien (OTS) - Der Wiener Stadtwerke-Konzern verzeichnet für das Geschäftsjahr 2001 einen konsolidierten Umsatz von 1.822,3 Mio Euro, der sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent bzw. 34,6 Mio Euro steigerte. Dieses Ergebnis konnte erwirtschaftet werden, obwohl Wienstrom den gesamten Vertrieb in die Wienstrom Vertriebsgesellschaft abgespalten und das Energiewirtschaftsjahr eingeführt hat und damit die Umsätze der Monate Oktober bis Dezember erst im nächsten Jahr zum Ansatz kommen werden. Der Umsatz setzt sich zusammen aus den Tätigkeitsbereichen Energie mit 1.506 Mio Euro, Verkehr mit 312,1 Mio Euro, Bestattung mit 31,5 Mio Euro, Beteiligungsmanagement mit 1,8 Mio Euro und Holding-Bereich mit 24,6 Mio Euro (unkonsolidiert).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) beträgt minus 60,2 Mio Euro gegenüber minus 33,6 Mio Euro im Jahr 2000. Diese rückläufige Entwicklung ist vor allem auf einen deutlichen Anstieg bei den Materialaufwendungen - wie z.B. bei Erdgas - zurückzuführen. Insgesamt ergibt sich ein Konzernbilanzgewinn in Höhe von 36,3 Mio. Euro, 2000 betrug der Bilanzgewinn 17,9 Mio Euro.
Die Investitionen des Konzerns in Sachanlagen betrugen im Berichtsjahr 521,3 Mio Euro, wobei der Großteil auf Wienstrom und die Wiener Linien entfiel.

Der Konzern weist eine Bilanzsumme in Höhe von 9.239,4 Mio Euro aus, das sind 3,6 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Die Eigenkapitalquote beträgt 37,3 Prozent.

Bei der international gepflogenen Ergebnisdarstellung nach EBITDA ergibt sich für 2001 ein Ergebnis von 402 Mio. Euro.

Der durchschnittliche Beschäftigtenstand des Konzerns - inkl. Karenzurlauber, Präsenzdiener und Lehrlinge - beträgt im Geschäftsjahr 2001 15.502, davon sind 14.150 der Magistratsdirektions-Personalstelle Wiener Stadtwerke zugeordnet, sind also Gemeindebedienstete. Die Personalreduktion durch natürlichen Abgang wurde fortgesetzt. Bei Wienstrom sind gegenüber 2000 3,5 Prozent weniger, bei Wiengas 4,8 Prozent weniger, bei den Wiener Linien 1,3 Prozent weniger Mitarbeiter beschäftigt. In diesen drei Unternehmen waren dementsprechend geringere Personalaufwendungen erforderlich. Seit Beginn der Liberalisierung ist bei den Energieunternehmen Wienstrom und Wiengas der Personalstand von 5.403 im Jahr 1998 auf 4.794 im Jahr 2001 zurückgegangen, das sind 600 Mitarbeiter bzw. rund 9 Prozent weniger.

Energiebereich mit 1.506 Mio Euro Umsatz
Im Energiebereich - Strom 642,6 Mio Euro, Gas 516 Mio Euro, Fernwärme 347,4 Mio Euro - ist mit 1.506 Mio Euro gegenüber dem Vorjahresumsatz von 1.642 Mio Euro ein Minus von 136 Mio Euro bzw. 8,3 Prozent zu registrieren.

Wienstrom: Stromabgabe gestiegen
Verzeichnete Wienstrom im Vorjahr 889,7 Mio Euro, so sank der Jahresumsatz im Berichtsjahr auf 642,6 Mio Euro. Das Minus von 27,8 Prozent ergibt sich durch die Abspaltung des Teilbetriebes Stromgeschäft und dessen Übertragung auf die Wienstrom Vertriebsgesellschaft zur Vorbereitung auf die Geschäftsführung der EnergieAllianz Austria und der Umstellung auf das Energie-Wirtschaftsjahr. Bei der Stromabgabe - im Netz - ist insgesamt ein Plus von 2,8 Prozent zu verzeichnen.
Das EGT von 2001 liegt mit 23,9 Mio Euro um 17,8 Mio Euro unter dem 2000er-EGT von 41,7 Mio Euro. Als Bilanzgewinn werden - aufgrund Gewinnvortrages - für 2001 29,4 Mio Euro ausgewiesen.
Das EBITDA beträgt 125,8 Mio. Euro.

Wiengas: Gasgeschäft stabil
Für Wiengas war das Geschäftsjahr 2001 von der ersten Phase der Liberalisierung des Erdgasmarktes und der Vorbereitung auf die zweite Phase geprägt. Wiengas erzielte einen Jahresumsatz von 516 Mio Euro, das sind 77,2 Mio Euro bzw. 17 Prozent mehr als 2000. Das EGT liegt wegen der Umstellungen und wegen der drastischen Erhöhung der Erdgas-Einstandspreise, der an Tarifkunden nicht weitergegeben wurde, mit 9,9 Mio Euro um 4,8 Mio Euro unter dem EGT von 2000, das 14,7 Mio Euro betrug. Das Jahresergebnis 2001 beträgt - aufgrund Gewinnvortrages - 18,6 Mio Euro.
Die Erdgasabgabe ist gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Prozent gestiegen und beträgt 1.933 Mio m3. Das Gasrohrnetz ist 2001 um 15,5 km verlängert worden.
Das EBITDA beträgt 39 Mio Euro.

Fernwärme Wien: Steigerungen bei Energiedienstleistungen Die Fernwärme Wien konnte den Umsatz im Vergleich zu 313,5 Mio Euro im Geschäftsjahr 2000 im Berichtsjahr um 10,8 Prozent auf 347,4 Mio Euro steigern. Der Umsatz setzt sich u.a. aus 69 Prozent Energiedienstleistung, also Lieferung von Fernwärme, und aus 22 Prozent Entsorgungsdienstleistung mit den Müllverwertungsanlagen zusammen.
Trotz Liberalisierungsdiskussionen und der teilweise abwartenden Haltung potenzieller Kunden konnte ein Fernwärme-Kundenzuwachs von knapp vier Prozent erreicht werden. Der Bilanzgewinn liegt bei 5,2 Mio Euro gegenüber 1,5 Mio Euro im Vorjahr. Die bedeutende Verbesserung konnte erreicht werden, obowhl auch bei der Fernwärme die deutliche Steigerung des Erdgaspreises spürbar war.
Das EBITDA beträgt 131,8 Mio Euro.

Wiener Linien: Fahrgastzahl wieder erhöht
Bei den Wiener Linien sanken im Jahr 2001 die Umsätze geringfügig um rund 0,9 Prozent auf 312 Mio Euro, obwohl mit 729,4 Mio Fahrgästen die Frequenz im Linienverkehr gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Mio Fahrgäste bzw. 0,6 Prozent gestiegen ist. Für das Berichtsjahr ergibt sich ein EGT von minus 116,6 Mio Euro. Dieses EGT hat allerdings zufolge der Finanzierung der Investitionen durch öffentliche Zuschüsse wenig Aussagekraft, weil nämlich der Fehlbetrag durch die Auflösung einer Kapitalrücklage abgedeckt wird, sodass die Wiener Linien ein ausgeglichenes Bilanzergebnis aufweisen. Bei der Ergebnisdarstellung nach EBITDA ergibt sich für 2001 ein positives Ergebnis von rund 77 Mio Euro.

Wiener Linien: ÖPNV-Vertrag abgeschlossen
Aus heutiger Sicht kann aufgrund der EU-Bestrebungen mittelfristig eine Konkurrenzsituation bei den Verkehrsträgern auch nicht ausgeschlossen werden. Für die Wiener Linien war es notwendig, eine gesicherte finanzielle Grundlage von der Stadt Wien für ihre Tätigkeiten wie Erbringung von Verkehrsleistungen, Leistungen des Verkehrsmanagements und für den Bau und die Erhaltung der Infrastruktur für die nächsten Jahre zu erhalten. Der Wiener Gemeinderat hat am 25. Oktober 2001 einen öffentlichen Personennahverkehrs- und -finanzierungsvertrag (ÖPNV-Vertrag) mit Wirkung 1.November 2001 mit den Wiener Linien beschlossen. Die Wiener Linien sind gemäß diesem Vertrag verpflichtet, im Rahmen der nächsten acht Jahre ihr Verkehrsangebot weiter zu optimieren sowie die bestehende hohe Qualität auch in Zukunft sicherzustellen. Im Gegenzug dazu verpflichtet sich die Stadt Wien, den Wiener Linien den durch einen auf die Laufzeit gleichbleibenden, finanziellen Ausgleich für die auferlegten gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen zu gewähren sowie die Finanzierung des festgelegten Investitionsprogramms zu sichern. Inflation und Leistungsverbesserungen haben daher die Wiener Linien durch Rationalisierungen selbst abzudecken. Tariferhöhungen dürfen erst dann durchgeführt werden, wenn alle zumutbaren Rationalisierungs- sowie Einsparungspotenziale ausgeschöpft sind und das betriebswirtschaftlich notwendige Ausmaß entsprechend begründet wird, z.B. durch ein externes betriebswirtschaftliches Gutachten.

Bestattung Wien: Sinkende Sterblichkeitsrate
Es ist bemerkenswert, dass die Zahl der Sterblichkeitsfälle in Wien, die vor 10 Jahren noch 20.853 betrug, auf mittlerweile 16.943 zurückgegangen ist. Der Rückgang der Sterbefälle zwischen 1991 und 2001 beträgt 16,8 Prozent, zwischen 1981 und 2001 beträgt der Rückgang 30,6 Prozent. Der Rückgang der Sterblichkeitsrate zeigt sich in den Ergebnissen des Bestattungsunternehmens. Der Umsatz der Bestattung Wien liegt im Berichtsjahr 2001 bei 31,5 Mio Euro gegenüber 33 Mio Euro im Jahr 2000. Das EGT sank von 0,7 Mio Euro auf 0,6 Mio Euro. Der Bilanzgewinn beträgt 0,8 Mio Euro. Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Mio Euro ist auf das Finanzergebnis zurückzuführen. Das EBITDA der Bestattung Wien liegt bei minus 2,9 Mio Euro.

BMG: Koordination der strategischen Beteiligungen
Die Hauptaufgabe des strategischen Geschäftsfeldes Beteiligungsmanagement liegt in der Wahrnehmung der Eigentümerinteressen in den einzelnen Beteiligungsgesellschaften, die in den Sparten Bauwirtschaft, Verkehrswesen, Parkraumbewirtschaftung, Telekommunikation, Informationstechnologie, alternative Energiegewinnung, Immobilienentwicklung, Facility-Management und Consulting tätig sind. Die BMG als operative Zwischenholding, die neben ihren internen Holding- und Koordinationsfunktionen auch Dritten gegenüber Leistungen wie Projektmanagement und Consulting anbietet, weist im Geschäftsjahr 2001 einen Umsatz von 1,8 Mio Euro aus. EGT und Jahresergebnis liegen bei minus 1,6 Mio Euro. Nach Berücksichtigung der Rücklagenbewegungen und der Beteiligungserträge ergibt sich für die BMG ein Bilanzgewinn von 0,25 Mio Euro. Das EBITDA beträgt minus 0,3 Mio Euro.

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