Fabrik der Zukunft: Produkte ökologisch und effizient nutzen

Wien (OTS) - Im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Fabrik der Zukunft" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) versuchen heimische Wissenschafter in einer Forschungskooperation so genannte "Eco-Services" durch eine breite Beteiligung verschiedenster Akteure in die Realität umzusetzen. "Eco-Services" sind Leistungsangebote, die auf eine ökologisch-effiziente Nutzung eines Sachgutes durch Dienstleistungen abzielen.

Man unterscheidet dabei grundsätzlich produkt-, nutzen- und ergebnisorientierte Dienstleistungen, die mit einem geringeren Ressourcenverbrauch einen höheren - zumindest aber den gleichen -Nutzen für den Konsumenten erzielen.

Dieser Nutzen soll vor allem durch eine möglichst frühe Einbindung des Konsumenten in den Produktionsprozess erreicht werden, der Produzent selbst wird dabei zum "Prosumenten". Dadurch ergeben sich neue Verantwortungsbereiche und Handlungsspielräume in den Beziehungen zu betrieblichen Ansprechpartnern oder in der Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Das Projektvorhaben soll wesentlich zur Entwicklung und praktischen Umsetzung von innovativen und öko-effizienten Nutzungskonzepten beitragen. Als Zielgruppe für die Anwendung der erarbeiteten Methodik sollen die beteiligten Industriepartner im Rahmen einer 5-teiligen Workshopreihe in die Projektphasen mit einbezogen werden. Das erklärte Ziel der Experten ist es, ein Bewertungsinstrument zu erarbeiten, das die Beurteilung öko-effizienter Leistungen ermöglicht. Dabei wollen die Forscher in vier Arbeitsschritten zum Ziel gelangen:

- Untersuchung der Rahmenbedingungen: Mit Hilfe eines mehrdimensionalen Analyserasters werden die bedarfsfeldspezifischen und die speziellen Rahmenbedingungen von bereits umgesetzten Produkt-Dienstleistungskonzepten erhoben (Fallstudien). Besonderes Augenmerk wird dabei auf volkswirtschaftliche, kulturelle, institutionelle und umweltrechtliche Faktoren gelegt. Weiters sollen kundengruppenspezifische Rahmenbedingungen wie Kaufentscheidungen oder Akzeptanz erhoben werden.

- Bewertung der Auswirkungen: Untersuchung einer möglichen Reduktion der lebenszyklusweiten Umweltbelastungen von Produkt-Dienstleistungskonzepten sowie der Wettbewerbssituation. Eine Analyse der Auswirkungen der Entwicklung neuer Märkte, der Beschäftigungssituation sowie Kundenzufriedenheit soll einen aufschlussreichen Ausblick über die Zukunft von Eco-Services bringen.

- Praktische Umsetzung: Im Rahmen einer Workshopreihe wird gemeinsam mit den beteiligten Industriepartnern eine Methodik entwickelt und angewandt, die als Leitfaden für die Initiierung, Entwicklung, Gestaltung und Umsetzung von öko-effizienten Dienstleistungskonzepten dienen soll.

- Strategie zur Verbreitung der Methodik: Entwicklung geeigneter Diffusionsstrategien zur Verbreitung der Methodik für öko-effiziente Dienstleistungskonzepte in anderen Branchen. Zu diesem Zeck sollen auch Berater hinzugezogen werden.

Die Projektleitung liegt bei Joanneum Research (Institut für Nachhaltige Techniken und Systeme - JOINTS). Zu den Projektpartnern zählen das Institut für höhere Studien (IHS), die Universität Graz (Institut für Innovations- und Umweltmanagement), das Sustainable Europe Research Institute (SERI), die Stenum Forschungsgesellschaft mbH, das Faktor 10 Institut und das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).

Das Forschungsförderungsprogramm "Fabrik der Zukunft" wird im Rahmen des Impulsprogramms "Nachhaltig Wirtschaften" des Infrastrukturministeriums durchgeführt. Für die professionelle Finanzierungs- und Programmabwicklung ist der Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) zuständig.

In der ersten Antragsrunde des Programms wurden 20 Projekte ausgewählt. Die zweite Ausschreibungsrunde startete am 25. April, Ende des Jahres 2002 soll ein dritter Aufruf für Projekteinreichungen veröffentlicht werden. Heuer und nächstes Jahr stehen jeweils rund 2,54 Mill. Euro für Forschungsprojekte zu den Themenbereichen "Technologien und Innovationen bei Produktionsprozessen", "Nutzung nachwachsender Rohstoffe" und "Produkte und Dienstleistungen" zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Barbara Hammerl
JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
Institut für Nachhaltige Techniken und Systeme (JOINTS)
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Tel.: ++43(0)316/ 876-2423
barbara.hammerl@joanneum.at
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