Familienminister Haupt: Pilotprojekt Öblarn ist Wegweiser für die Zukunft

Ergebnisse der Evaluierung des Öblarner Pilotprojektes Kinderbetreuungsscheck in Graz präsentiert

Wien (BMSG/OTS) - In der steirischen Gemeinde Öblarn wurde im Auftrag des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen von November 2000 bis Dezember 2001 das Pilotprojekt "Kinderbetreuungsscheck" durchgeführt. Bei einer Pressekonferenz in Graz, an der neben Familienminister Mag. Herbert Haupt auch Steiermarks LH-Stv. DI Leopold Schöggl, LAbg. Dr. Magda Bleckmann sowie Öblarns Bürgermeister Anton Knerzl teilnahmen, wurde nun die Evaluation des Projektes präsentiert. Minister Haupt betonte dabei die enorme Bedeutung dieser Feldstudie: "Nur so kann die Wirkung eines gänzlich neuen Fördersystems, nämlich der Subjekt- statt der Objektförderung erforscht werden." ****

Konzeption des Pilotprojektes "Kinderbetreuungsscheck" war es, Eltern für die Kinderbetreuung ein Splittingmodell, bestehend aus Geldleistungen und Gutscheinen, zur Verfügung zu stellen: Für das jüngste Kind bis zum vollendeten 4. Lebensjahr wurde ein Geldbetrag von € 436 ausbezahlt, danach bis zum Schuleintritt ein Betrag in der Höhe von € 254, kombiniert mit Gutscheinen für Betreuungseinrichtungen im Wert von € 1.962 pro Jahr. Für alle anderen Kinder zwischen 4 und 6 Jahren gelangte auch das Gutscheinmodell zur Anwendung.

Splitting-Modell von Eltern als sehr positiv empfunden

Eines der Hauptziele des Projektes war es, Auswirkungen eines kombinierten Geld- und Gutschein-Systems für die Inanspruchnahme einer anerkannten externen Kinderbetreuung abzutesten. Dieses Splitting-Modell in Geld und Gutscheine wurde von den Familien als sehr positiv empfunden, da es ein Maximum an Flexibilität zulässt. So wurden die Gutscheine von den Öblarner Familien zu 79 % eingelöst, das Bargeld nahezu zu 100 %.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen hinsichtlich der von den Eltern bevorzugten Maßnahmen erst an dritter Stelle genannt wurde - nach Geldleistung und besseren Arbeitsbedingungen. Durch die zusätzlichen Gelder konnte eine deutliche Verbesserung der finanziellen Situation der Familien erreicht werden, was sich wiederum auf eine erhöhte Kaufkraft in der regionalen Wirtschaft auswirkte. Aus der Studie ging hervor, dass 73 % der Ausgaben im Ort bzw. in der unmittelbaren Umgebung getätigt wurden.

Wichtige Erkenntnisse für die Zukunft

"Das Öblarner Modell kann in vielerlei Hinsicht, beispielsweise was die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrifft, durchaus als Vorbild betrachtet werden", so Minister Haupt. Die Studie liefere wichtige und zukunftsweisende Erkenntnisse eines kombinierten Modells aus Bundeskindergeld, Kinderbetreuungsscheck und Familienförderung, welches Bedürfnisse für Eltern und Kinder bis zum Schuleintrittsalter optimal und flexibel abdecke.

Da Kinderbetreuungseinrichtungen in der Zuständigkeit der Länder und Gemeinden liegen, könne das Modell durchaus als Wegweiser und Anregung für eine künftige Weiterentwicklung der Landesfamilienzuschüsse in Kombination mit dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen dienen, so der Familienminister abschließend. (Schluss) bxf

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