AK Test: Trauben und Erdbeeren enthalten Schadstoffe

Wien (AK) - Na Mahlzeit - ein gesunder Obstteller mit Weintrauben und Erdbeeren enthält "Schadstoffe". Ein aktueller Einkaufstest der AK in 15 Wiener Supermärkten und von Marktständen zeigt: Von 15 untersuchten Weintraubenproben enthielten bis auf eine einzige alle Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln - teilweise bis zu drei Pestizide. Auch bei allen 7 Erdbeerproben wurden Pestizide gefunden. 2 Weintraubenproben enthielten sogar DDE, ein Abbauprodukt von DDT. Positiv: Pestizid-Grenzwerte wurden nicht überschritten, und es wurde kein Nitrofen nachgewiesen. Die Konsumenten brauchen mehr Sicherheit. Daher fordert die AK mehr Kontrollen und eine Regelung für eine Obergrene bei mehreren Pestiziden am Produkt. Außerdem müssen Konsumenten über Untersuchungsergebnisse rasch und laufend informiert werden und "Wiederholungssünder" veröffentlicht werden. Die komplette Erhebung finden Sie im Internet unter www.konsumentenschutz.at. ****

Zur Untersuchung
Die Konsumentenschützer wollten auf Grund der aktuellen Pestizid-, Nitrofen- und DDT-Skandale wissen, wie "schadstoffreich" ausländisches Obst ist. Sie haben Ende April insgesamt 23 Weintrauben- und Erdbeeren-Tassen in 15 Wiener Supermärkten und von Marktständen eingekauft. In den Einkaufskorb kamen davon 16 Weintraubenproben (aus Chile, Argentinien und Südafrika) und 7 Erdbeerproben (aus Spanien und Italien). Die Proben stammen aus konventionellem Anbau, bei denen Schädlingsbekämpfungsmittel grundsätzlich eingesetzt werden, die gegen Insekten und Pilze eingesetzt werden. Die Untersuchung führte QöLab Austria durch.

Schadstoffe gefunden
+ Fast alle Traubenproben enthalten Schadstoffe
15 der 16 Weintraubenproben enthielten Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmittel. Dabei wurden bei zwei Traubenproben bis zu drei verschiedene Pestizide geortet, bei den anderen 13 bis zu zwei Pestiziden.

Die Grenzwerte wurden bei keiner der untersuchten Proben überschritten. Nitrofen wurde auch nicht gefunden. Aber: Bei 2 Proben (Weintrauben aus Südamerika) wurde DDE, ein Abbauprodukt von DDT nachgewiesen.

Die nachgewiesenen Mengen an Pestiziden betrugen von 0,06 bis 24,3 Prozent des Grenzwertes. Bei Weintrauben, bei denen zwei oder drei verschiedene Pestizide festgestellt wurden, macht die Summe der Anteile der gefundenen Schadstoffe - prozentuell berechnet auf den jeweiligen Grenzwert - von 2,7 bis maximal 26 Prozent aus.

+ Erdbeeren "schadstoffreich"
Alle 7 untersuchten Erdbeerproben enthielten Pestizide.
Grenzwerte wurden nicht überschritten. Nitrofen wurde ebenfalls nicht nachgewiesen, zeigt der AK-Test.

Die nachgewiesenen Mengen an Pestiziden betrugen von 0,6 bis 15 Prozent des Grenzwertes. Bei einer Erdbeerprobe mit bis zu zwei Pestiziden lag die Summe der Anteile bei 5,6 Prozent der Grenzwerte.

Wie viele Schadstoffe sind am Obst?

Anzahl der Proben bei
Weintrauben Erdbeeren
Keine Schadstoffe 1 (Südafrika) 0
1 Pestizid 8 (2 C, 3 A, 3 SAfr) 6 (4 E, 2 I)
2 Pestizide 5 (1 A, 3 SAfr, 1 SAm) 1 (I)
3 Pestizide 2 (2 A, 2 SAfr) 0
Übern Grenzwert 0 0
I...Italien; E...Spanien; SAfr...Südafrika; C...Chile; SAm...Südamerika; A...Argentinien

Mehr Sicherheit für die Konsumenten
Es ist für die Konsumenten völlig unbefriedigend, wenn in Lebensmitteln immer wieder Schadstoffe gefunden werden, auch wenn die Grenzwerte nicht überschritten werden. Die Konsumenten brauchen Sicherheit beim Einkauf ihrer Lebensmittel. Daher fordert die AK:

+ Mehr Kontrollen und Nachkontrollen auf Kosten des Betriebes Bundesminister Haupt soll verstärkte Kontrollen anordnen. Bei Verstößen müssen Nachkontrollen auf Kosten des Betriebes durchgeführt werden.

+ Grenzwerte überprüfen
Minister Haupt soll eine Expertenkommission einsetzen, die die Grenzwerte aller Stoffe überprüft, die in Verdacht stehen, hormonell wirksam zu sein. Möglichenfalls müssen die Grenzwerte gesenkt werden.

+ 100 Prozent Regel bei mehreren Schadstoffen am Produkt
Werden mehrere Schadstoffe nachgewiesen, sollen die Prozentanteile -berechnet vom jeweiligen Grenzwert - der verschiedenen Rückstände auf einem Lebensmittel nicht mehr als 100 Prozent ausmachen.

+ Konsumenten rasch und umfassend informieren Untersuchungsergebnisse müssen künftig sofort und laufend für die Konsumenten veröffentlicht werden. Die AK kann sich daher vorstellen, dass die Untersuchungsergebnisse sofort nach Vorliegen im Internet publiziert werden.

+ "Wiederholungssünder" öffentlich machen
Sind bei Nachkontrollen die Ergebnisse unverändert schlecht, sollen die Konsumenten über das Produkt, den Erzeuger und den Verkäuferbetrieb informiert werden. Derzeit ist das nur bei gesundheitsschädlicher Ware zwingend erforderlich, nicht aber bei zB Schadstoffen, falscher Kennzeichnung oder verdorbenen Waren.

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Doris Strecker

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