Swoboda fordert Beteiligung Österreichs, Tschechiens und der Slowakei am "Zentrum gegen Vertreibung"

In Deutschland und Polen anhebende Debatte sollte auch in Österreich geführt werden

Wien (SK) In Deutschland und Polen findet derzeit eine Debatte darüber statt, ein "Zentrum gegen Vertreibung" in Berlin oder Breslau zu gründen (vgl. "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 18.6.2002, S.5 und 54 bzw. "Die Zeit" vom 20.6.2002, S.11). Der Hintergrund: Von einigen deutschen Politikern wurde die Schaffung eines solchen Zentrums für Berlin angeregt, um die Geschichte der fürchterlichen Vertreibungen im 20. Jahrhundert zu vergegenwärtigen und aufzuarbeiten. Die beiden polnischen Publizisten Adam Michnik und Adam Krzeminsky forderten in der Folge in einem offenen Brief an den deutschen Bundeskanzler Schröder und den polnischen Premierminister Leszek Miller, dieses Zentrum in Breslau als historischen Brennpunkt einer Vertreibung zu errichten. ****

Der Leiter der SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament Hannes Swoboda am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ: "Auch Österreich, Tschechien und die Slowakei hätten ein Interesse daran, die Geschichte der Vertreibungen in Europa in einer neuen Dimension -jenseits der von Nationalismen geprägten Debatte über die Benes-Dekrete - zu thematisieren. Breslau wäre der passende Ort dafür."

Swoboda forderte eine Beteiligung der drei Staaten an diesem Zentrum. Es gehe hier darum, "nationale Erinnerungen und Traumata zu europäisieren", betonte Swoboda. Dies sei ein Beitrag für einen "rationaleren, bewussteren und vernünftigeren Umgang mit der Geschichte Europas und zur Verhinderung künftiger Vertreibungen", schloss Swoboda. (Schluss) se /mm

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