• 20.06.2002, 11:38:13
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MOLTERER: NACHHALTIGE ENTWICKLUNG ERFORDERT WIRTSCHAFTSDYNAMIK

Mit Wirtschaftswachstum und innovativen Technologien Wohlstand und Umweltschutz finanzieren

Bregenz (OTS) Eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie muss auf
Wirtschaftsdynamik setzen. Unternehmerische Verantwortung,
Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen in Forschung und Entwicklung
sind Kernelemente für eine positive Entwicklung der Unternehmen und
damit des Wirtschaftsstandortes Österreich. Gleichzeitig sind
soziale und ökologische Verantwortung weitere Faktoren, die für
erfolgreiches Wirtschaften unabdingbar sind. Die österreichische
Bundesregierung hat auf Basis dieses innovativen Konzeptes eine
Österreich-Strategie beschlossen, die nun auf breiter Basis
diskutiert wird. In Bregenz steht heute die zweite Dialogkonferenz
nach einem Auftakt in der Wiener Hofburg und der ersten
Dialogkonferenz in Graz auf dem Programm. Dies erklärte
Umweltminister Mag. Wilhelm Molterer bei einem Pressegespräch im
Vorfeld der Dialogkonferenz "Wirtschaftsstandort Österreich", die
heute, Donnerstag, im Rahmen der vom "Lebensministerium" initiierten
Veranstaltungsreihe zur Österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie in
Bregenz stattfindet.****

Moderne Unternehmen setzen auf das Konzept der Nachhaltigkeit, denn
sie erkennen, dass nachhaltiges Wirtschaften ein entscheidender
Faktor für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung ist. Für den
Wirtschaftsstandort Österreich ist die zentrale Frage, welche
Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Wirtschaftswachstum,
Wohlstand und eine intakte Umwelt als Ziele gemeinsam erreicht
werden. Auf internationaler Ebene ist das Konzept der Nachhaltigkeit
eine Antwort auf die Globalisierung der Märkte. Es geht um
Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft, die wirtschaftlichen
Erfolg sozial verträglich und umweltpolitisch verantwortbar machen,
führte Molterer weiter aus.

Österreich liegt in Fragen der Nachhaltigkeit im internationalen
Spitzenfeld. Dies bestätigen internationale Studien wie der im
Februar dieses Jahres vom World Economic Forum veröffentlichlichte
Nachhaltigkeitsindex der renommierten Yale Universität (World
Environmental Sustainability Index), der zu folge Österreich in
einem weltweiten Vergleich von 142 Staaten an siebenter Stelle
steht. Unter den EU-Mitgliedsstaaten hält Österreich nach Finnland
und Schweden Platz drei. Das bestätigt unsere Politik eines
vernünftigen und machbaren Umweltschutzes, der auf intelligenten
Lösungen aufbaut, Arbeitsplätze schafft und Lebensqualität sichert,
sagte Molterer.

Als aktuelle Beispiele für diese Politik können die Abfertigung neu,
die Einführung der Sterbekarenz, die Verwaltungsreform, die diese
Woche beschlossene Klimaschutzstrategie oder eben der Beschluss über
die österreichische Nachhaltigkeitsstrategie gelten. Darüber hinaus
hat Österreich sich im Bereich Biomasse und erneuerbarer Energie in
Europa einen Spitzenplatz erarbeitet, wir exportieren erfolgreich
Umwelttechnologie und wollen im Zukunftsbereich Wasser unser
anerkanntes know how international bestmöglich vermarkten. Die
geplante Entlastung der Steuerzahler und der Wirtschaft durch eine
Senkung der Abgabenquote auf 40 Prozent bis 2010 ist ebenfalls im
Sinne des Wirtschaftsstandortes und einer nachhaltigen Entwicklung
zu sehen.

Wir werden diesen Weg konsequent fortsetzen, sagte Molterer. So wird
beispielsweise die Umsetzung der am vergangenen Dienstag im
Ministerrat beschlossenen Klimaschutzstrategie wichtige Impulse zur
Belebung der österreichischen Wirtschaft liefern. Eine Studie des
Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums aus dem Vorjahr zeigt, dass
in den nächsten zehn Jahren durch eine Verringerung der CO2-
Emissionen zusätzliche Investitionen, sinkende Energieausgaben,
20.000 bis 25.000 neue Arbeitsplätze und ein Beitrag zur Senkung des
Nettodefizits zu erwarten sind.

In Österreich selbst nimmt das Land Vorarlberg in Fragen der
Innovation und Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle ein. Von
entscheidender Bedeutung dafür ist die konkrete Vorbildwirkung der
öffentlichen Hand auf Landesebene, aber gerade auch auf kommunaler
Ebene: In Dornbirn sind das Sonnenkraftwerk auf dem Kulturhaus, die
Holz-Heizanlagen im Rathaus, die Biogasanlage im Gutshof Martinsruh,
das neue Kleinkraftwerk am Müllerbach, oder die neuen Stadtbusse,
die mit Biodiesel angetrieben werden, konkrete Beispiele, die
Nachahmung verdienen.

Besondern hervorzuheben ist auch die Initiative des Landes
Vorarlberg zur Forcierung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements.
Pilotprojekte haben gezeigt, dass Mobilitätsmanagement eine
geeignete Maßnahme ist, um umweltpolitische Zielsetzungen (Reduktion
der CO2-Emissionen) und ökonomische Ziele
(Transportrationalisierung) im Bereich betrieblicher Mobilität zu
erreichen. Zu den erfolgreichen Pilotprojekten, die vom
Umweltministerium und der Wirtschaftskammer Österreich im Rahmen des
zweijährigen Modellvorhabens "Sanfte Mobilitäts-Partnerschaft
fachlich und finanziell unterstützt wurden, gehört neben dem
Unternehmen AVL List GmbH (Graz) und dem Landeskrankenhaus Tulln
insbesondere auch das Medienhaus Vorarlberg. Betriebliches
Mobilitätsmanagement kann aufgrund der positiven Ergebnisse zur
Anwendung auf breiter Basis in Österreich empfohlen werden, sagte
Molterer.

Nachhaltige Entwicklungen können nicht von oben herab verordnet
werden: Verständnis und Zustimmung für die mit diesem Leitbild
verbundenen Herausforderungen und Chancen sind Voraussetzungen, die
nur im Dialog mit allen Zielgruppen und Betroffenen zu erbringen
sind. Diese Strategie richtet sich daher nicht nur an den Staat,
sondern gleichermaßen an Kommunen, Betriebe und letztlich an jeden
Einzelnen. Ziel ist ein Verhalten im Alltag, das sich am Leitbild
der Nachhaltigkeit orientiert, betonte der Umweltminister.

In der heutigen Dialogkonferenz zum nachhaltigen Wirtschaftsstandort
Österreich stehen daher fünf Leitziele im Mittelpunkt:

1. Österreichs Wettbewerbsfähigkeit durch innovative Strukturen
fördern
Das heißt: Forschung, Technologie und Entwicklung für nachhaltigen
Wandel und innovative Systemlösungen fit machen

2. Ein neues Verständnis von Unternehmen und Verwaltung
Das heißt: die unternehmerische Verantwortung stärken und effiziente
Verwaltungsstrukturen und -abläufe schaffen

3. Korrekte Preise für Ressourcen und Energie
Das heißt: durch die richtigen Preissignale Anreize für nachhaltiges
Verhalten schaffen

4. Erfolgreiches Wirtschaften durch Öko-Effizienz
Das heißt: Ressourcen- und Energieverbrauch stärker vom
Wirtschaftswachstum entkoppeln, die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe
und Energieträger fördern

5. Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen stärken
Das heißt: die richtigen Impulse für einen höheren Marktanteil
nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen setzen, nachhaltigen
Tourismus fördern

Hinweis:
Die nächsten Dialog-Konferenzen finden am 3. Juli in Linz und am 8.
Juli in Wien statt. Zu diesen Veranstaltungen wird öffentlich
eingeladen, die Ergebnisse stehen ebenso wie alle Dokumente unter
www.nachhaltigkeit.at im Internet öffentlich verfügbar.

(Schluss)

Rückfragehinweis: BM für Land- und Forstwirtschaft,

Umwelt u. Wasserwirtschaft
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703

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