"Kleine Zeitung" Kommentar:"Solidarität?" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 20.06.2002

Graz (OTS) - Der Hauptverband hat ein kompliziertes
Umlageverfahren ausgeheckt, mit dem die Finanzkrise der Krankenkassen behoben werden soll.

Es läuft darauf hinaus, dass strukturell bevorzugte Kassen, wie die Vorarlberger Gebietskrankenkasse, höhere Beiträge in den Ausgleichsfonds einzahlen und die strukturell benachteiligten wie die burgenländische GKK etwas bekommen.

Das verträgt sich durchaus mit dem Gedanken der Solidarität, den die Regierung bemüht, denn die Burgenländer können nichts dafür, dass sie viele alte Leistungsempfänger und wenig junge Zahler haben.

Nichts mit Solidarität hat es aber zu tun, wenn die knickerigen Oberösterreicher für die großzügigen Wiener zahlen müssen.

Letzteres ist nur zu rechtfertigen, wenn die Kasse in Wien gezwungen wird, ihre Praktiken zu ändern und so gut zu wirtschaften wie die in Linz.

Hier setzt auch der Zweifel an: Wer soll die Wiener dazu zwingen und was geschieht, wenn die Wiener sich nicht an die Vorgaben halten? Wer
zahlt, wenn im Topf nichts mehr drinnen ist?

Ist dann das ganze System nur dazu dagewesen, den Zeitpunkt der Gebührenerhöhung hinauszuschieben?

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