Verzetnitsch gegen Schrebergartenmentalität und 'des war schon immer so'

Gewerkschaftstag Kunst, Medien, Sport, freie Berufe eröffnet

Wien (OTS) - Unter dem Motto kultur@zukunft.at eröffnete die Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (KMSfB) am Dienstag in Wien ihren 15. ordentlichen Gewerkschaftstag. Im Mittelpunkt stand dabei das Referat von ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch über "die Rolle der KMSfB im zukünftigen ÖGB". Diese Rolle dürfte wohl in einer größeren Einheit sein, denn Verzetnitsch sprach vom "Schaffen von Organisationsformen, welche die Arbeit der Funktionäre ermöglichen." Und dabei hätte "Schrebergartenmentalität ebenso keinen Platz wie das Argument 'des war schon immer so'. Ob diese Organisationsform mit der Gewerkschaftskooperation INFRA bereits gefunden wurde, in welcher sich auch die KMSfB befindet, ließ der Präsident jedoch offen.

"Wichtige Anliegen, wenn man sich als Kulturnation rühmt"

Der ÖGB-Präsident ging dann sehr ausführlich auf die auch in den Anträgen zu findenden gewerkschaftlichen Forderungen ein und bezeichnete sie pauschal als "Dinge, die wichtig und notwendig sind, wenn man sich rühmt, eine Kulturnation zu sein, die ja nicht nur aus Historischem besteht, sondern auch in die heutige Zeit hineingetragen werden muss". In Richtung des anwesenden Staatssekretärs Franz Morak sagte Verzetnitsch, dass "das Künstlersozialversicherungsgesetz noch nicht das ist, was wir uns vorgestellt haben."

"Indirekt streifte Verzetnitsch schließlich den Wechsel der Journalisten zur Gewerkschaft Druck und Papier samt Nachwehen: "Wir brauchen den Kampf um die Mitglieder, die abseits stehen - um die kollektivvertraglichen Trittbrettfahrer-, und nicht um jene, die wir schon haben."

Zu Beginn des Gewerkschaftstages wurde ein Videoclip gezeigt, in dem alle Berufsgruppen der KMSfB präsentiert wurden und der jeweilige Sektionsvorsitzende in einem Statement zu aktuellen Anliegen einging. Später folgte eine Lichtshow mit "Musik-Crossover", einer Improvisations-Kombination des ersten österreichischen Frauenkammerorchesters (Mozart-Quartett) mit zwei Keybords (Robert Wittek).

"Investitionen in Kultur & Kunst sind Zukunftsinvestitionen"

Wien habe heuer das höchste Kulturbudget aller Zeiten, weil "wir überzeugt sind, dass Investitionen in Kultur und Kunst Zukunftsinvestitionen sind", sagte der Wiener Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny in seiner Grußadresse. "Sparen bei Kultur und Kunst wäre Sparen am falschen Platz", denn Kultur sei "eine öffentliche Aufgabe". Wenn Private dafür Mittel gäben, seien sie herzlich willkommen, aber sie könnten nie an die Stelle der öffentlichen Hand treten.

Die KMSfB zählt etwa 12.000 Mitglieder und umfasst die Sektionen Bühnenangehörige, Musik, elektronische Medien, Film-Foto-audiovisuelle Kommunikation, Unterhaltungskunst-Artistik-Show und Folklore, Technik in Veranstaltungsbetrieben, Unterricht-Sport-freiberuflich Tätige.

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Thomas Linzbauer
Tel.: 01/313 16/838 00
Zentralsekretär der Gewerkschaft KMSfB

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