Joachim Bißmeier und Sonja Sutter erhielten Goldenes Ehrenzeichen

Wien, (OTS) Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny überreichte am Mittwoch das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" an Kammerschauspieler Joachim Bißmeier und Kammerschauspielerin Sonja Sutter. Die Laudationes hielt Dr. Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele.****

Sonja Sutter habe alle großen Rollen der Weltliteratur verkörpert, von der mondänen Dame bis hin zur Tragödin. Joachim Bißmeier sei ein Charakterdarsteller ersten Ranges, so Mailath-Pokorny in seiner Begrüßung. Die Auszeichnung sei ein Ausdruck von Dank und Hochachtung für das, was die Ehrengäste für die Stadt so vielfältig getan haben.

"Sie spielten und spielen auf vielen Bühnen, aber das Burgtheater war ihr Schicksal", so Laudatorin Rabl-Stadler in ihrer überaus pointierten, detailreichen und persönlich gehaltenen Rede. Sutter gehörte fast 40 Jahre dem Burgtheaterensemble an, Bißmeier nahezu 30 Jahre; beide standen in vielen Stücken gemeinsam auf der Bühne.

Die Geehrten bedankten sich "theatralisch": Joachim Bißmeier las "Die Billig-Esser" vor, eine Erzählung von Thomas Bernhard. Sonja Sutter rezitierte das Gedicht "Erklär’ mir Liebe" von Ingeborg Bachmann.

Joachim Bißmeier wurde 1936 in Bonn geboren. Nach dem Schauspielunterricht und ersten Engagements in Wuppertal, Bonn und in Tübingen kam er 1964 nach Wien, wo er zunächst am Theater der Courage spielte. Bereits 1965 wurde er ans Burgtheater engagiert, das bis zu seiner freiwilligen Karenzierung im Jahr 1992 sein Haupthaus blieb. Wichtige Rollen waren der Tesman in Ibsens "Hedda Gabler", der Jago in Shakespeares "Othello", der "Cyrano", der Fichtner in Schnitzlers "Der einsame Weg" und Trigorin in Tschechows "Möwe". Er gastierte an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen, dem Residenztheater München, Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus Zürich, der Berliner Schaubühne uam.

Nicht nur als Theaterschauspieler, Joachim Bißmeier vermag auch im Film und Fernsehen zu überzeugen. In populären Fernsehkrimis ist er häufig in der Rolle des Bösewichts zu sehen. Im österreichischen Kinofilm "Der Überfall" stand er mit Roland Düringer und Josef Haderer vor der Kamera. Für die Rolle des misslaunig-komischen Schneiders erhielt er bei den Filmfestspielen in Locarno 2000 den Darstellerpreis.

1983 wurde dem Schauspieler mit dem "breiten Rollenspektrum" der Titel Kammerschauspieler verliehen. 1985 übertrug ihm Heinz Moog den "Ludwig Dessoir Orden".

Sonja Sutter wurde 1931 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach der kriegsbedingten dürftigen Grundschulausbildung lernte die Autodidaktin "mit dem festen und unbeugsamen Willen, Schauspielerin zu werden" verschiedene Rollen der Weltliteratur.

Luis Trenker verhalf ihr zu Probenaufnahmen und zu ihrer ersten Hauptrolle in einem Film. Bevor Sonja Sutter 1959 nach Wien ans Burgtheater engagiert wurde, hatte sie schon einige Jahre an Schauspielerfahrung hinter sich: eine Deutschland-Tournee mit dem Hamburger Schauspielhaus, drei Jahre Staatstheater München und Filme mit Curd Jürgens, Paul Hartmann ua.

Ernst Häusserman ließ sie in Wien vorsprechen und engagiert sie vom Fleck weg. Einige wichtige Rollen dieser Zeit: die Helena in Giraudoux "Der trojanische Krieg findet nicht statt", die Milford in "Kabale und Liebe", die "Königin Christine", die Lady Anna in "Richard III"; des Weiteren spielte sie in Tschechovs "Onkel Wanja", in Rostands "Cyrano", in Pinters "Betrogen". Für die Darstellung der "Maggie" in Arthur Millers "Nach dem Sündenfall" wurde sie zur Schauspielerin des Jahres 1964 gewählt. An die 70 Hauptrollen verkörperte sie im Burgtheater, bis es in der Ära Peymann ruhig um sie wurde.

Ab 1961 arbeitete sie dreißig Jahre lang kontinuierlich bei den Salzburger Festspielen und nahm darüber hinaus Gastspiele an deutschsprachigen Bühnen an, dem Hamburger Schauspielhaus, Carinthischen Sommer, bei den Bregenzer Festspielen, der Deutsche Oper am Rhein.

Wenn es ihre Zeit erlaubt, "gönnt" sie sich Abstecher ins TV-Krimi-Milieu.

1970 wurde sie Kammerschauspielerin, 1976 erhielt sie den Förderungspreis zur Kainz-Medaille. (Schluss) rar

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