PRÄKO: Landwirte begrüßen Klima-Strategie

Höhere Dotierung der agrarischen Biomasse-Förderung vorgesehen

Wien, 19. Juni 2002 (AIZ). - "Der Klimawandel betrifft primär die Land- und Forstwirtschaft. Dies zeigen Studien der OECD und des Wirtschaftsforschungsinstitutes WIFO. Noch vor der Tourismuswirtschaft ist die Land- und Forstwirtschaft der von den größten negativen Auswirkungen betroffene Sektor, so die Untersuchungen. Deshalb begrüßt die bäuerliche Interessenvertretung die Beschlussfassung der österreichischen Klimastrategie im Ministerrat. Dieser Beschluss ist ein Meilenstein zur Erreichung des Kyoto-Zieles für Österreich", stellte der Obmann des Ausschusses für Umweltfragen der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Martin Preineder, heute in einer Aussendung fest.

"Die Land- und Forstwirtschaft kann bei der Umsetzung dieser Strategie eine bedeutende Rolle spielen: Sie stellt CO2-neutrale Energieträger und Rohstoffe zur Verfügung. Eine Studie des WIFO belegt, dass das CO2-Reduktionspotenzial durch verstärkten Einsatz von Biomasse und Biogas rund vier bis fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalent bis zur Erreichung des Kyoto-Zieles beträgt. Die Präsidentenkonferenz sieht daher die Ankündigung der Bundesregierung, die agrarische Biomasseförderung zu erhöhen, als positiv. Schließlich können bei einer vollen Nutzung aller Biomasse-Ressourcen bis zu 60.000 Arbeitsplätze gerade im Struktur-benachteiligten ländlichen Raum geschaffen werden. Besonderes Augenmerk verdient dabei auch der forcierte Einsatz nachwachsender Bau- und Rohstoffe, die eine weit günstigere Treibhausgasbilanz aufweisen als Produkte geogener beziehungsweise fossiler Herkunft", so Preineder weiter.

Wie wird der CO2-Ausstoß verringert?

In der Klimastrategie sind jene Bereiche genannt, in denen Emissions-verringernde Maßnahmen gesetzt werden sollen: Energieerzeugung, Verkehr, Raumwärme, Industrie, Land-, Forst- und Abfallwirtschaft. Österreich hat sich bekanntlich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, seine Treibhausgas-Emissionen bis zum Zeitraum 2008/2012 um 13% gegenüber dem Vergleichzeitraum 1990/1995 zu verringern. Der Ministerrat hat nun ordnungspolitische und ökonomische Maßnahmen, öffentliche Förderungen und Investitionen beschlossen. Er hat aber auch den Einsatz "flexibler Instrumente", wie den Emissionshandel und CO2-mindernde Projekte im Ausland, abgesegnet. "Die Land- und Forstwirtschaft ist für die Reduktion Klima-relevanter Gase am jeweiligen Ort ihrer Entstehung und sieht den Emissionshandel eher kritisch. Erfahrungen belegen, dass jedoch geförderte Umweltprojekte im Ausland sehr sinnvoll sein können", so Preineder abschließend. (Schluss)

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