ORF-Bilanz 2001: Trotz Konjunkturrückschlag ausgeglichenes Jahresergebnis

Wien, (OTS) - Der ORF-Stiftungsrat unter dem Vorsitz von Generaldirektor Dr. Klaus Pekarek hat in der Plenarsitzung am Mittwoch, dem 19. Juni 2002, den von ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner und dem Kaufmännischen Direktor Dr. Alexander Wrabetz vorgelegten Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2001 einstimmig genehmigt. Der ORF schloss das Geschäftsjahr 2001, wie die beiden Jahre davor, mit einer ”schwarzen Null” ab. Der Rückgang der Werbeerlöse durch den drastischen Konjunktureinbruch im Jahr 2001 und der Rückgang der sonstigen Umsatzerlöse konnten durch Zugewinne bei den Teilnehmerentgelten und durch Einsparungen kompensiert werden.

Der Kaufmännische Direktor des ORF, Dr. Alexander Wrabetz: ”Trotz der ungünstigen Konjunktur kann der ORF ein positives Ergebnis für 2001 präsentieren.” Die Bemühungen der GIS auf dem Gebiet der Gebühreneinhebung, die im Mai 2002 zu einem Rekord von 2,5 Millionen Teilnehmern geführt haben, und der konsequent weiterentwickelte Sparkurs vor allem beim Personalaufwand konnten den Rückgang bei den Werbeeinnahmen ausgleichen. Trotz des Sparkurses gab es im technischen Bereich Rekordinvestitionen, mit denen die Produktion und Verbreitung des umfangreichen ORF-Angebots einen weiteren Modernisierungsschub erhalten hat, und weiterhin ein sehr großes Engagement des ORF für die österreichische Filmwirtschaft.

Jahresergebnis

Das Jahr 2002 schloss mit einem leicht positiven Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von +2 Mio. Euro (28,1 Mio. Schilling). Den Erträgen von insgesamt 894 Mio. Euro (12,30 Mrd. Schilling) standen Aufwendungen von insgesamt 892 Mio. Euro (12,27 Mrd. Schilling) gegenüber.

Umsätze

Die Umsätze betrugen 833 Mio. Euro (11,46 Mrd. Schilling) und sind damit gegenüber dem Jahr 2000 (854 Mio. Euro) leicht gesunken.

Werbeerlöse auf Grund der Konjunktur leicht rückläufig

Auf Grund des drastischen Konjunktureinbruchs im vergangenen Jahr -nach dem Boomjahr 2000 - gab es im Jahr 2001 einen leichten Rückgang bei den Werbeeinnahmen. Die Erlöse aus Werbung betrugen 348 Mio. Euro (4,79 Mrd. Schilling), das ist um 17 Mio. Euro oder 4,6 Prozent weniger als im Jahr 2000, aber um 3 Mio. Euro mehr als im Jahr 1999.

Plus bei Programmentgelten

Positiv war die Entwicklung der Erlöse aus Programmentgelten. Dank den Bemühungen der GIS Gebühren Info Service GmbH, die als kundenorientiertes Unternehmen primär auf Information und nicht auf Krontrolle baut, stiegen die Erlöse aus Programmentgelten von 370 Mio. Euro (5,09 Mrd. Schilling) im Jahr 2000 auf 375 Mio. Euro (5,15 Mrd. Schilling) im Geschäftsjahr 2001. Die von den Teilnehmern zu entrichtenden Teilnehmerentgelte wurden zuletzt mit 1. Jänner 1998 erhöht. Der ORF erhält 66 Prozent der Teilnehmerentgelte, die restlichen 34 Prozent gehen an Bund und Länder.

Rückgang der ordentlichen Aufwendungen durch konsequenten Sparkurs

Der konsequente Sparkurs und zusätzliche Sparmassnahmen nach Einsetzen der Werberückgänge bewirkten einen Rückgang der ordentlichen Aufwendungen von 930 Mio. Euro (12,80 Mrd. Schilling) im Jahr 2000 um 42 Mio. Euro (582,2 Mio. Schilling) oder 4,5 Prozent auf 888 Mio. Euro (12,22 Mrd. Schilling) im Jahr 2001. Einsparungen konnten sowohl beim Sachaufwand als auch beim Personalaufwand erzielt werden, Zuwächse gab es lediglich bei den Abschreibungen auf Grund der Investitionstätigkeit.

Modernisierungsschub mit verstärkten Investitionen

Die verstärkten technischen Erneuerungen - u. a. der neue ”ZiB”-Newsroom, digitales Leitungsnetz, Erneuerung der Regieplätze, Breitband-Leitungsnetz, Zubau Landesstudio St. Pölten - führten zu Rekordinvestitionen im Jahr 2001 in der Höhe von 69 Mio. Euro.

Auftragsvolumen in die österreichische Filmwirtschaft weiterhin auf sehr hohem Niveau

Mit einem Auftragsvolumen von 74,1 Mio. Euro lag das Engagement des ORF für die österreichische Filmwirtschaft, das Auftragsproduktionen, passive Koproduktionen und die Filmförderung im Rahmen des ÖFI-Abkommens umfasst, beinahe auf dem sehr hohen Niveaus des Vorjahres.

Rückgang beim Personalaufwand

Weiterhin rückläufig ist der Personalaufwand, wobei hier vor allem auch die Folgen der Pensionsreform tragend wurden. Der gesamte Personalaufwand konnte von 271 Mio. Euro (3,73 Mrd. Schilling) im Jahr 2000 um 9,1 Prozent auf 246 Mio. Euro (3,39 Mrd. Schilling) im Jahr 2001 gesenkt werden. Der Anteil des Personalaufwands am ordentlichen Aufwand wurde seit 1997 von 38 Prozent auf 27,8 Prozent reduziert. Auch unter Berücksichtigung der Honorare für freie Mitarbeiter wurde der gesamte Personalaufwand (Angestellte und freie Mitarbeiter) von 38,5 Prozent im Jahr 2000 auf 38,1 Prozent im Jahr 2001 gesenkt. Die Anzahl der angestellten Dienstnehmer verringerte sich von 2.641 im Jahr 2000 auf 2.630 im Jahr 2001.

Eigenmittelquote

Das Eigenkapital hat sich von 269 Mio. Euro (3,70 Mrd. Schilling) auf 275 Mio. Euro (3,79 Mrd. Schilling) erhöht. Die Eigenmittelquote (Eigenkapital plus unversteuerte Rücklagen) konnte von 27 Prozent im Jahr 1999 beziehungsweise 32 Prozent im Jahr 2000 auf nunmehr 35 Prozent im Jahr 2001 gesteigert werden.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 87 878-12228
http://programm.orf.at
http://kundendienst.orf.atORF Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK/GOK