WGKK, Wiener Ärztekammer und Stadt Wien präsentieren das "Gesundheitsnetz Wien"

Quantensprung in der Weiterentwicklung des Wiener Gesundheitswesens

Wien (OTS) - Die elektronische Vernetzung der Partner im Gesundheitswesen ist eine der zentralen Herausforderungen der Gesundheitspolitik der nächsten Jahre. Die Wiener Gesundheitspartner - Gebietskrankenkasse, Ärztekammer und Stadt Wien - haben dazu eine österreichweit beispielgebende Initiative entwickelt: Das "Gesundheitsnetz Wien". Der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse Franz Bittner, der Präsident der Wiener Ärztekammer Prim. MR Dr. Walter Dorner und die amtsführende Stadträtin für Gesundheit Prim. Dr. Elisabeth Pittermann stellten dieses Projekt heute im Rahmen einer Pressekonferenz vor. ****

Ein Beitrag zur Lösung des Schnittstellenproblems im Gesundheitswesen

Elektronischer Befunddatenaustausch oder elektronische Ärzteabrechnung sind Schlüssel zur Lösung der Schnittstellenproblematik im Gesundheitswesen: Bessere und schnellere Kommunikation zwischen niedergelassenen Ärztinnen, Ärzten und Spitälern, weniger Wege für Patienten oder keine unnötigen Doppelbefundungen sind nur einige Beispiele für die positiven Wirkungen des "Gesundheitsnetzes Wien".

Eine Million Euro für Vernetzung

WGKK, Wiener Ärztekammer und Stadt Wien haben eine Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des EDV-Einsatzes in Ordinationen niedergelassener Ärztinnen und Ärzte gegründet. Diese Arbeitsgemeinschaft unterstützt mit mehr als einer Million Euro jene EDV-Anbieter, die Arztordinationen mit Systemen ausstatten, die bestimmten genau definierten Anforderungen entsprechen. Damit soll nicht nur eine umfassendere und raschere "EDV-Durchdringung" der Ordinationen erreicht werden, sondern, dass sich bestimmte Ausstattungs- und Kommunikationsstandards durchsetzen. Dazu gehört vor allem die Möglichkeit des elektronischen Befunddatenaustausches, der elektronischen Abrechnung mit den Kassen oder die Installierung des elektronischen Heilmittelverzeichnisses.

So profitieren die Versicherten und ihre Kasse

Durch das "Gesundheitsnetz Wien" entstehen zahlreiche Vorteile für die WGKK und ihre Versicherten: Die elektronische Abrechnung zwischen Vertragsarzt und Kasse bringt eine Verwaltungsvereinfachung und einen Bürokratieabbau und hilft daher Kosten zu senken. Durch die Anwendung des elektronischen Heilmittelverzeichnisses in der Ordination wird es dem Arzt ermöglicht, "auf Knopfdruck" das ökonomisch günstigste Präparat unter den wirkstoffgleichen Produkten auszuwählen ("Öko-Tool"). Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Senkung der überhöhten Heilmittelaufwendungen geleistet, ohne die Qualität für den Patienten zu beeinträchtigen und ohne den Arzt in seiner medizinischen Entscheidungsfreiheit einzuschränken.

Bittner: "Besser Befunde wandern als Patienten"

Auch die elektronische Kommunikation zwischen Ärzten und Spitälern kommt den Versicherten und ihrer Kasse zu gute: Es können teure, unnötige und manchmal sogar gesundheitsschädliche Doppel- und Mehrfachuntersuchungen vermieden werden. "Es ist besser, die Befunde wandern als der Patient. Der elektronische Befunddatenaustausch ist schneller und patientenfreundlicher und trägt auch zur Qualitätssicherung in der Medizin bei" betonte der Obmann der WGKK Franz Bittner.

Vorteil für die Ärzte: Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Patienten

"Die Herausforderung EDV hat für die Wiener Ärztinnen und Ärzte bereits begonnen. Mit dem Projekt Gesundheitsnetz Wien wird ein weiterer Schritt unternommen, die EDV-Ausstattung in den Wiener Ordinationen zu forcieren", betonte Ärztekammerpräsident Prim. MR Dr. Walter Dorner in seinem Statement.

Die Ärztekammer für Wien ist seit langem bemüht, die Wiener Ordinationen mit EDV auszustatten, um den administrativen Aufwand für den Arzt zu erleichtern und die Wartezeit für den Patienten zu verkürzen. Eine gesetzliche Bestimmung verpflichtet die Wiener Kassenärztinnen und -ärzte, ab dem 1.1.2003 ihre Abrechnung mit allen Krankenversicherungsträgern per EDV durchzuführen. Auch die kleinste Ordination kann dem nicht entkommen. Momentan sind aber nur 20 bis 25 Prozent aller niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Wien mit EDV versorgt. Dorner: "Das ist angesichts der Tatsache, dass ab 2003 nur mehr elektronisch abgerechnet werden kann und ab 2004 die e-card die Krankenscheine ablösen wird, eine beachtliche Anzahl an Kolleginnen und Kollegen, die sich mit dem Thema EDV und elektronische Abrechnung noch nicht auseinandergesetzt haben."

Ärztekammer gestaltet aktiv mit

Ziel des Wiener Gesundheitsnetzes ist es, Befunde unter den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie mit den Wiener Krankenanstalten auszutauschen, um Wartezeiten bei Befundübermittlungen zu verkürzen, Doppelbefundungen auszuschließen und somit Kosten zu sparen. Dorner: "Vor allem die Vor- und Nachsorge soll im extramuralen wie auch im stationären Bereich erleichtert werden." Dorner weiß, dass ein derartiges digitales Kommunikationssystem nur dann funktionieren kann, wenn eine flächendeckende Umsetzung gewährleistet wird. "Ich appelliere deshalb an die Wiener Ärztinnen und Ärzte, sich vor den Neuen Medien nicht zu verschließen und gemeinsam einen Beitrag zu leisten, dem Projekt Gesundheitsnetz Wien zum Erfolg zu verhelfen. Denn nur wenn sich möglichst viele an das Netz anschließen, kann eine arbeitserleichternde und zeitsparende Kommunikation stattfinden." Dorner verweist nochmals auf die gesetzliche Bestimmung der Verpflichtung zur EDV, nach der man sich einem derartigen Datennetz in Zukunft sowieso nicht entziehen könne. Jetzt habe man aber noch die Möglichkeit, dieses auch aktiv mitzugestalten, so Dorner.

Qualitätssicherung und Einsparungspotenzial

Dorner sieht in der digitalen Befundübertragung auch einen Beitrag zur Qualitätssicherung im niedergelassenen Bereich: "Ärztinnen und Ärzte sparen bei der digitalen Übermittlung von Befunden und Krankengeschichten Zeit. Für die Patientinnen und Patienten bringt das eine noch schnellere und effizientere Betreuung." Weiters ergebe sich durch das Projekt Gesundheitsnetz Wien ein enormes Einsparungspotenzial im Verwaltungs- und Gesundheitsbereich.

Die elektronische Übertragung ist sicher und erfüllt alle Bedingungen des Datenschutzes. Dorner: "Kein Patient muß sich sorgen, dass sensible Gesundheitsdaten an unbefugte Dritte gelangen können." Die angewendete Technologie entspricht den neuen Richtlinien des Datenschutzgesetzes und internationalen Sicherheitsstandards. Die Daten werden verschlüsselt an den Empfänger weitergeleitet, so dass nur dieser die Daten auch öffnen kann. "Ich kann den Wiener Ärztinnen und Ärzten nur raten, ihre Skepsis über Bord zu werfen und auf den digitalen Zug aufzuspringen", meint Dorner.

Krankenanstaltenverbund optimiert elektronische Kommunikation

Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann betont, dass der KAV mit diesem Projekt einen großen Schritt in Richtung elektronischer Kommunikation setzt: "Ziel ist es, für den Patienten die Kommunikation (Befundübermittlung, Übermittlung von Arztbriefen, Abrechnungen, etc.) zu optimieren und zwar sowohl KAV-intern als auch über die Schnittstelle hinaus zum niedergelassenen Bereich." "Dieses System wird den Patientinnen und Patienten sehr wesentliche Erleichterungen bringen - neben der raschen, papierlosen Übermittlung von Unterlagen werden durch eine Vernetzung Doppeluntersuchungen vermieden und dadurch Kosten eingespart", so Pittermann.

Datensicherheit ist gewahrt

Besonders wichtig ist Pittermann, dass der Datenschutz in allen Ausbaustufen des Projektes gewahrt bleibt: "Die Datensicherheit ist durch ein enges Netz an Kontrolle gewährleistet". Der Zugriff ist nur Anwendern gestattet, die in Verfolgung des Zweckes "Behandlung und Pflege der Patienten" mit dem System arbeiten. Alle Zugriffe werden protokolliert, die Protokolle werden regelmäßig kontrolliert. "Die Daten werden verschlüsselt verschickt und erst beim Empfänger entschlüsselt. Der Patient hat die Sicherheit, dass seine Daten nur von befugten Nutzern eingesehen werden können", so Pittermann.

"Dieses innovative Projekt ist sowohl ökonomisch als auch gesundheitspolitisch ein wichtiger Schritt, um die Befundkommunikation zwischen Krankenhaus und niedergelassenem Arzt zu verbessern. Das spart Geld und die Patienten werden weniger belastet", erläutert Pittermann.

Erfolgreiche Wiener Gesundheitspartnerschaft

"Das Projekt 'Gesundheitsnetz Wien' ist ein weiteres Beispiel für die gute und partnerschaftliche Kooperation zwischen Wiener Ärztekammer, Gebietskrankenkasse und Stadt Wien. Eine funktionierende Sozialpartnerschaft bringt gute Lösungen für das Gesundheitswesen -Wien ist hier beispielgebend" sagte Bittner.

Nähere Informationen für Interessenten:
http://www.gesundheitsnetzwien.at

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Gebietskrankenkasse/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Jan Pazourek
Tel.: (01) 60122 DW 2254 od. 0664 31 31 794
jan.pazourek@wgkk.sozvers.at
http://www.wgkk.at

Dr. Hans-Peter Petutschnig
Pressestelle Ärztekammer für Wien
Tel.: 515 01/1223 DW, 0664/1014222
Fax: (01) 515 01/1289 DW
hpp@aekwien.or.at
http://www.aekwien.at

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Andrea Rogy
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Handy: 0664/516 44 73
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