Gusenbauer: Regierung ist es egal, wie es Jugendlichen geht

Gusenbauer für Ausgleichsfonds zur Ausbildung von Lehrlingen

Wien (SK) "Es ist zynisch, dass sich die Bundesregierung nicht mit den Problemen am Arbeitsmarkt beschäftigt, sondern mit der Vermittlung von abgetakelten Funktionären wie Herrn Gaugg", betonte am Dienstag SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer im Rahmen eines Besuches in der "Jobfabrik", einem Projekt der Volkshilfe, dass jungen Menschen mit Problemen helfen soll, sich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. "Der Bundesregierung ist es völlig egal, wie es den Jugendlichen geht. Es läuft in erster Linie die Selbstversorgungsmaschinerie der FPÖ", hielt Gusenbauer fest. Die aktuellen Zahlen am Arbeitsmarkt seien dramatisch: 32.000 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren seien arbeitslos, dies seien um 21 Prozent mehr als vor einem Jahr. "Die allgemeine Beschäftigungssituation macht es für sozial Schwächere noch bedeutend schwieriger", so Gusenbauer.****

Alleine in Wien seien 800 Jugendliche beim Arbeitsmarktservice gemeldet, welche einen Hilfsjob suchen würden. Anscheinend haben sie Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt und bräuchten Initiativen wie die Jobfabrik, so Gusenbauer. "Jeder Jugendliche, der hier zu einer Arbeit kommt, ist später ein Sozialhilfempfänger weniger", unterstrich Gusenbauer. Diese Projekte seien daher nicht nur vom sozialen Standpunkt aus äußerst wichtig, sondern auch vom wirtschaftlichen. Vom Finanzminister würden jährlich 1,2 Milliarden Euro an AMS-Mitteln zweckentfremdet, die eigentlich dem Arbeitsmarkt zukommen müssten.

Im Gespräch mit Jugendlichen und Betreuern erfuhr Gusenbauer über die Probleme der Lehrlinge. Als vordringlichstes Problem wurde die katastrophale Lage am Lehrstellenmarkt genannt. "Wir müssen jene Betriebe, die Fachkräfte nachfragen und selbst nicht ausbilden, in die Pflicht nehmen", forderte Gusenbauer. Deshalb spreche er sich für einen Ausgleichsfonds zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben aus. Dies müsse auch im Interesse der Wirtschaft sein. Gusenbauer lobte in diesem Zusammenhang auch das Engagement der Firmen Mc Donald's und ISS-Multiservice, die Jugendlichen der Jobfabrik Transitarbeitsplätze anbieten würden. Des weiteren versprach Gusenbauer den Jugendlichen, mit Bürgermeister Häupl über eine Fahrpreisermäßigung bei den Wiener Linien zu sprechen. Im Gegensatz zu Lehrlingen erhalten Jugendliche in Schulungsmaßnahmen derzeit keine Ermässigung.

Um das Bewusstsein bei den Politikern aller Parteien für die Schwierigkeiten der Jugendlichen zu erhöhen, werde er zum nächsten Sozialausschuss Jugendliche der "Jobfabrik" einladen. Den Jugendlichen solle die Möglichkeit geboten werden, ihre Anliegen den zuständigen Persönlichkeiten direkt näher zu bringen. (Schluss) sw

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