Medizin: Ablehnung der Ausgliederung klar argumentiert Rektoren weisen Kritik von Dekan Schütz zurück

Wien (OTS) - "Die Abkoppelung der österreichischen Universitätsentwicklung von der europäischen, die Erschwerung der interdisziplinären Forschung im medizinischen Bereich sowie die Gefahr, dass die Lehre, insbesondere in den grundlegenden medizinisch-naturwissenschaftlichen Fächern, geschwächt wird, sind für die Rektorenkonferenz und die Vertreter der obersten Kollegialorgane nach wie vor gute und gewichtige Argumente, um sich gegen die Ausgliederung der medizinischen Fakultäten auszusprechen", erklärt Georg Winckler, Rektor der Universität Wien und Vorsitzender der Österreichischen Rektorenkonferenz.

Im internationalen Kontext betrachtet, geht die Entwicklung klar in Richtung stärkere Verankerung der Medizin innerhalb des Universitätsverbunds. "Der ganzheitliche Zugang zu medizinischen Fragen ist Voraussetzung für die bestmögliche Lösung der medizinischen Herausforderungen der Zukunft", argumentiert Winckler. Medizin als Wissenschaft beruht auf mehreren wissenschaftlichen Disziplinen, die auf Erkenntnissen der Grundlagenforschung sowohl aus naturwissenschaftlichen als auch aus geisteswissenschaftlichen Fächern aufbauen. Auch die Medizin ist auf Interdisziplinarität und die enge Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen angewiesen, welche die Grundlagen ihres Fortschritts liefern. "Universitätsgrenzen sind in keinem Fall förderlich für die Zusammenarbeit", so Winckler.

Durch die Zerschlagung der drei klassischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck werden die vorgegebenen Ziele der Universitätsreform nicht erreicht. Schließlich kann es nicht Ziel der Reform sein, die Anzahl der Universitäten zu vermehren und dadurch die Kosten in Lehre, Forschung und vor allem in der Verwaltung zu steigern. "In Zeiten, in denen ansonsten das Argument der Ausgabenreduktion immer im Vordergrund steht, ist dieses Ansinnen widersprüchlich", so Winckler abschließend.

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