Druck auf die Gemeinden: Wohnen muss in Kärnten leistbar bleiben

LH Haider und LR Dörfler luden zu Wohnungsgipfel - IHS-Chef Felderer: Mieten in den letzten Jahren kaum gestiegen - Ungleiche Kommunalabgaben - Teuerungen durch hohe Betriebskosten in den Gemeinden

Klagenfurt (LPD). Um die Schere zwischen Mietensenkungen einerseits und steigenden Wohnungskosten andererseits zu analysieren, luden Landeshauptmann Jörg Haider und Landesrat Gerhard Dörfler in den Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung zu einer Konferenz mit Städte- und Gemeindevertretern sowie den Wohnbaugenossenschaften über "Leistbares Wohnen in Kärnten". Dabei wurde deutlich, dass die seitens des Landes initiierten Mietensenkungsprogramme durch die vor allem im städtischen Bereich über Gebühr erhöhten Kommunalabgaben konterkarriert wurden, so Haider.

Die Berechnungen von Prof. Bernhard Felderer vom Institut für Höhere Studien (IHS) unterstreichen dies. So seien die Mietpreise in den 90er Jahren nur gering gestiegen und im letzten Jahr überhaupt nicht, während es bei den Energiepreisen und lokalen Abgaben zu einem deutlichen Anstieg kam - österreichweit. Felderer: "An diesem Bild wird in den nächsten Jahren kaum etwas ändern." Gegenstrategien sieht der Professor in den neuen Möglichkeiten für den Einsatz der Wohnbauförderungsmittel, denn eine "neue Wohnbauoffensive wäre jetzt fehl am Platz".

"Kein Kostenbewußtsein" und "schlechtes Management" in den Gemeinden sieht Haider als Hauptursache für die Steigerungen der Kosten für die Mieter. Die spürbaren Erleichterungen für die Bewohner durch Strompreissenkungen, Einsparungen im Verwaltungsbereich, Wohnbeihilfen und Wohnbauförderungen seien durch die unerfreulichen Erhöhungen bei den Betriebskosten "aufgefressen" worden, kritisierte der Landeshauptmann.

Für Dörfler seien die großen Kostensprünge zwischen den Gemeinden bei den Gebühren für Wasser, Müll oder Kanal unverständlich. Bei einem Kostenvergleich führte der Wohnbaulandesrat die eklatanten Unterschiede an. So liegen die durchschnittlichen Betriebskosten in St. Veit bei 480 Schilling im Monat, in Villach schon bei 590 und in Klagenfurt bei 660 Schilling. Die höchsten Beträge müssen die Bewohner von Völkermarkt mit 1150 Schilling pro Monat berappen. Die Kosten für die Abwasserentsorgung hätten sich laut Dörfler von 1982 bis 1998 verfünffacht, bei Steigerungsraten mit mehr als 30 Prozent wie in Klagenfurt oder sogar 70 Prozent in Villach.

Als Mittel zur Gegensteuerung im Sinne der Kostenreduktion für den Einzelnen wollen die beiden Landespolitiker nicht nur die Wohnbeihilfen sehen, sondern auch beim Faktor Energie mit stärkerem Einsatz von erneuerbarer Energie ansetzen. Und sollten die Gemeinden nicht versuchen ihr Kostenproblem in den Griff zu kriegen, werde das Land steuernd eingreifen, z.B. bei der Zuteilung der Wohnbauförderungsmittel. (Schluss)

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