Wiener Grüne kritisieren mangelndes Problembewusstsein Kossinas zur Müllverbrennung

GR Rüdiger Maresch weist Aussagen der Umweltstadträtin, die Niederlande seien eine Entwicklungsland, zurück.

Wien (Grüne) - Die gestern in den Medien kolportierte Aussage von Umweltstadträtin Kossina, wonach es in den Studien über die Gesundheitsgefährdung durch Müllverbrennungsanlagen um MVA's in Entwicklungsländern gehe, weist Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Wiener Grünen, aufs schärfste zurück. Die Studien wurden in Holland durchgeführt, finanziert aus Mitteln der EU.

"Leider zeigt sich in dieser Aussage das Problembewusstsein und die Blindheit der Umweltstadträtin wenn es um die Verwirklichung unnötiger, teuerer, technokratischer Großprojekte geht. Problembereiche werden beiseite geschoben, die Niederlande wurde von Kossina gar als Entwicklungsland bezeichnet", so der Grüne Umweltsprecher.

Tatsächlich ist es bei der gestern präsentierten Studie um keine Untersuchung von Anrainern von MVAs gegangen. Bei der Untersuchung wurden die Ultragifte im Nabelschnurblut der Neugeborenen gemessen und danach die Kinder über 3,5 Jahre beobachtet. Wesentlichste Aussage der Arbeit ist, so Umweltmediziner Dr. Rhomberg, dass es in den Industriestaaten keinen Imissionsspielraum mehr für die Ultragifte gibt und jegliche Quellen vermieden werden müssen. Der Bau einer neuen MVA führt zu weiteren Luftemissionen dieser Gifte und das für die nächsten Jahrzehnte.

Außerdem werden laut Maresch Falschmeldungen durch die Umweltstadträtin verbreitet. Wie aus einer Anfragebeantwortung des Vizebürgermeisters Rieder (vom 13.6.2002) hervorgeht, könnten Schadstoffe in der MVA-Flötzerstieg um 80 % reduziert werden. "Dass Wiens Anlagen den höchsten Reinigungsgrad haben, wie Kossina behauptet, ist damit nachweislich falsch. Vielleicht sollte die Umweltstadträtin einmal mit den Vizebürgermeister und verantwortlichen Stadtrat für die Fernewärme Wien, die den Flötzersteig betreibt, ein ausführliches Gespräch führen", empfiehlt Maresch.

Als weiteren wesentlichen Punkt fügt Maresch hinzu, dass der Wiener Müll weiterhin 0,044% PVC enthält (Beantwortung einer Anfrage der Grünen durch Kossina vom 16.5.2002). Das sind immerhin über 200 t PVC die in Wien verbrannt werden. PVC ist in der Müllverbrennung ein Grund für die Bildung der Ultragifte Dioxine, Furane, polychloriertere Biphenyle und Hexachlorbenzol die wesentlich für die beschriebenen Gesundheitsauswirkungen bei Kindern verantwortlich sind. "Der PVC-Anteil im Restmüll ist in den letzten Jahren vermutlich wieder gestiegen. Ein Konzept seitens der Umweltstadträtin zur PVC-Vermeidung existiert allerdings nicht", so der Grüne Umweltsprecher abschließend.

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