ARBÖ: Kleinkinder bei Hitze nicht im Auto lassen - Auto-Innentemperatur steigt um ein Grad pro Minute

Körper braucht ausreichend alkoholfreie Flüssigkeiten -Klimaanlage aber richtig

Wien (ARBÖ) - Die sommerliche Hitze kann für Autofahrer im "fahrenden Backofen Auto" zur Qual und zu einer unterschätzten Gefahr werden, wenn man sich nicht entsprechend darauf einstellt, warnt ARBÖ-Verkehrsmediziner Prof. Prim. Dr. Josef Nagler.

Bei Temperaturen über 30 Grad sind die Fahrzeuginsassen einem großen Stress ausgesetzt. Müdigkeit wird beschleunigt, Aufmerksamkeit reduziert. ARBÖ-Verkehrsmediziner Prof. Prim. Dr. Josef Nagler: "Der Autofahrer reagiert zum Teil wie unter Alkoholeinfluss. Die Bewegungsabläufe werden langsamer. Kritische Situationen werden nicht so schnell erfasst. Die Kombinationsfähigkeit lässt nach und die Gefahr der Fehlreaktionen steigt. Dazu kommt, dass bei etwa 55 Grad Celsius im Auto der Organismus mit der Schweißproduktion innerhalb von nur einer Stunde bis zu drei Liter Flüssigkeit verliert. Das bedeutet für Nieren und Kreislauf eine erhebliche Belastung. Es kommt zu Schwindel, eventuell auch Herzbeschwerden, mitunter auch zu einem Hitzekollaps und Sonnenstich."

Kleinkinder und Hunde während Einkauf nicht im Auto lassen

Wenn bei Autolenkern im Sommer, Sonne und Sorglosigkeit zusammen kommen, sind mitfahrende Kinder häufig am meisten gefährdet. Jedes Jahr passiert es, dass Eltern ihre schlafenden Kinder während einer Besorgung im geparkten Auto sitzen lassen.

ARBÖ- Verkehrsmediziner Prof. Dr. Nagler: "Kleinkinder, aber auch Hunde sollten an heißen Sommertagen selbst bei kurzen Stopps nie im Auto zurückgelassen werden. Bei rapiden Temperaturanstieg im Innenraum des Wagens kann es schnell zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden kommen. Aufgrund ihrer begrenzten körperlichen Kondition, sind Babys und Kleinkinder besonders hitzeanfällig und fielen schnell in ohnmächtige Erschöpfung, ihr Kreislauf kollabiert und folglich könnten sogar lebensbedrohliche Situationen heraufbeschworen werden."

Selbst ein leicht geöffnetes Seitenfenster könne den durch die Sonne hervorgerufenen Hitzestau im Innenraum des Wagens nicht merklich aufhalten. ARBÖ- Verkehrsmediziner Prof. Dr. Nagler dazu:
"Pro Minute steigt die Temperatur durchschnittlich um ein Grad Celsius an. Nach 20 Minuten werde so eine Innentemperatur von über fünfzig Grad Celsius erreicht. Gefördert wird der Backofeneffekt noch durch groß dimensionierte Windschutz- und Heckscheiben. Straßenpassanten sollten unverzüglich Polizei oder Rettungsdienste alarmieren, wenn sie bei brütender Hitze im Auto eingeschlossene Kinder entdecken."

Der ARBÖ warnt weiters davor, sich beim Parken auf schattenspendende Bäume zu verlassen. Schließlich wandere die Sonne und nehme früher oder später das im Auto sitzende Kleinkind ins Visier.

"Kinder müssten auf sommerlichen Urlaubsfahrten mehr als sonst mit Getränken versorgt werden. Fiebrige, trockene und krebsgerötete Haut ist ein Alarmzeichen für drohenden Sonnenstich und Hitzschlag", betont ARBÖ-Verkehrsmediziner Prof. Dr. Nagler.

Körper braucht ausreichend alkoholfreie Flüssigkeiten

Während der Fahrt muss gerade jetzt unbedingt auf den Flüssigkeitshaushalt geachtet werden. ARBÖ- Verkehrsmediziner Prof. Dr. Nagler: "Alkohol ist dabei klarerweise zu vermeiden. Am besten trinkt man Mineralwasser, Fruchtsäfte oder Tee. Vorsicht bei isotonischen Getränken, denn ein Drink pro Stunde ist genug. Ansonsten wird der Körper zu sehr aufgeputscht. Und Kinder brauchen, gerade wenn es heiß ist, ungleich mehr Flüssigkeit als Erwachsene, damit sie keinen gesundheitlichen Schaden davontragen."

Weiters meint Prof. Dr. Nagler, dass man an heißen Tagen sich nicht mit vollem Magen hinter das Steuer setzt. Man sollte auf schwere, fettreiche Mahlzeiten, die nur im Magen liegen, die Konzentrationsfähigkeit verringern und ermüden verzichten. Nichts einzuwenden hat der ARBÖ-Verkehrsmediziner gegen leichte Kost wie mageren Schinken, Käse, Obst, Vollkorngebäck, Tomaten oder ähnliches.

Fahrzeuglenker mit Klimaanlage besser konzentriert

Lenker in Fahrzeugen mit Klimaanlage können sich bei "tropischen" Temperaturen eindeutig besser auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren. Jedoch kein Vorteil ohne Nachteil. ARBÖ-Verkehrsmediziner Prof. Prim. Dr. Nagler: "Neben einen erhöhten Kraftstoffverbrauch besteht bei einer auf zu geringer Temperatur eingestellter Klimaanlage die Gefahr einer Verkühlung. Die Kühlluft sollte daher nie direkt auf den Körper zielen. Faustregel: Kühler Kopf und keine kalten Füße."

Die Temperatur der Klimaanlage sollte laut ARBÖ-Techniker auf rund 20 bis 22 Grad eingestellt sein. Wenn die Klimaanlage in Betrieb ist, muss auch eine der Luftdüsen offen sein.

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