Zehn Punkte für den Tourismusstandort Österreich

Schenner: "Offene Steuerfragen schnell und fair erledigen!" -Tourismus Forum zum Thema "Tourismusstandort Österreich - Konzepte für die Zukunft"

Baden (PWK434) - Mit einem Zehn-Punkte-Programm zur Stärkung des Tourismusstandorts Österreich trat Komm.Rat Johann Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, am Montag an die Öffentlichkeit. Es sei gerechtfertigt, mehr als bisher für den Tourismus einzustehen und Maßnahmen zur Entlastung der Betriebe zu setzen, betonten Schenner und Sparten-Geschäftsführer Michael Raffling zum Auftakt des Tourismus Forums 2002 in Baden bei Wien, das unter dem Motto "Tourismusstandort Österreich - Konzepte für die Zukunft" steht.

Der Strukturwandel in der Tourismuswirtschaft gehe weiter. Die hohe Steuer- und Abgabenquote, aber auch administrative und bürokratische Belastungen erschwerten allerdings den Anpassungsprozess. Es sei daher höchste Zeit für die von der Regierung versprochenen Entlastungen.

Der für viele Tourismusregionen typische saisonale Arbeitsmarkt brauche ausreichend Mitarbeiter. In dieser Branche habe es immer Saisonniers gegeben, sowohl Inländer als auch Ausländer. Insbesondere für die Hilfsdienste benötige die Branche weiterhin ausländische Arbeitskräfte. "Auch viele in Österreich lebende und arbeitswillige Ausländer - es sind dies rund 30.000 Personen - sollen beschäftigt werden können. Hier besteht Handlungsbedarf", unterstrich Schenner.

Die EU-Erweiterung ist als Chance zu sehen. Nicht nur als Gäste, auch als potentielle Mitarbeiter sind die Bürger der mittel- und osteuropäischen Länder gefragt. Zur Zeit gebe es nur mit Ungarn ein Praktikantenabkommen. "Wir verlangen derartige Abkommen auch mit der Slowakei, mit Slowenien, Tschechien und Polen. Ebenso sollten die Grenzgängerabkommen deutlich verbessert werden", sagte der Tourismus-Sprecher.

Mit der Entscheidung über die Getränkesteuerrückzahlung sei für den Spätherbst zu rechnen. "Wir erwarten, dass der österreichische Staat im Sinne der Rechtssicherheit nicht neuerlich versucht, das EU-Recht zu umgehen. So viel Fairness muss sein." Eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes in der Beherbergung von zehn auf fünf Prozent könnte der heimischen Tourismuswirtschaft in schwierigen Zeiten neue Impulse verleihen und mittelfristig zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.

Mit einer Steuerbelastungsquote von fast 47 Prozent könne die Tourismuswirtschaft auf Bundesförderung nicht verzichten. Die Neustrukturierung und Konzentration der Bundesförderstellen wird begrüßt. Es dürfe aber nicht dazu kommen, dass Klein- und Kleinstbetriebe unter einer bestimmten Umsatzgrenze (150.000 Euro pro Jahr) keinen Zugang zum Fördersystem erhalten. Hier bedürfe es der Korrektur. Die der Tourismuswirtschaft eingeräumten 509 Millionen Euro (7 Milliarden Schilling) müssten im Zuge der Reform der Bundesförderung jedenfalls sichergestellt sein.

Ein weiterer Punkt aus dem Forderungskatalog betrifft die Verbesserung der touristischen Verkehrsinfrastruktur. Der touristische Personenverkehr, auch mit Bussen, soll vom Road Pricing ausgenommen werden. Notwendig sind ernstzunehmende Bemühungen zur EU-koordinierten Entzerrung der Ferienzeiten.

Die Übernahme der Lehrlingsentschädigung während der Berufsschulzeit durch den Staat würde die Betriebe entlasten. Ein wichtiger Punkt sei nicht zuletzt die Sicherheit. "Die Verantwortung für die Sicherheit der Gäste kann allerdings nicht die Aufgabe der Unternehmer sein", schloss Schenner. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Heribert Purtscher
Tel.: 01/50105/4363

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK