Bauer zu Gewerbeordnungsnovelle: Lehrlingsausbildung ist wichtiger denn je

Wien (SK) "Die Bedeutung und Qualität der Lehrlingsausbildung darf nicht sinken und muss - wenn sie in den Betrieben nicht ausreichend erfolgen kann - durch flankierende Maßnahmen ergänzt und gesichert werden," betont SPÖ-Abgeordneter Hannes Bauer im Zusammenhang mit Reform der Gewerbeordnung. Die Arbeiterkammer fordere zu Recht faire Wettbewerbsbedingungen und aufgrund der vereinfachten Zulassungsbestimmungen flankierende Maßnahmen zur Gewerbeordnungsnovelle insbesondere im Bereich der Lehrlingsausbildung, stellte Bauer am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest. ****

Jüngste Umfrageergebnisse zeigten, dass bereits 43 Prozent der befragten UnternehmerInnen keine Lehrlinge ausbilden, da sich deren Betriebe nicht für die Lehrlingsausbildung eigne. 15 Prozent nennen als Grund Zeitmangel und 29 Prozent sehen bei der Lehrlingsausbildung ein schlechtes Kosten-Nutzen Verhältnis, erörterte Bauer.

"Diese an sich Besorgnis erregende Entwicklung wird durch die neue Gewerbeordnung, nach der immer weniger Betriebe qualifiziert ausbilden können, verstärkt. Langfristig hat diese Entwicklung verheerende Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort Österreich. Die Regierung begreift offensichtlich nicht den Zusammenhang zwischen Bildungspolitik und Standortqualität," unterstrich Bauer.

"In Zukunft werden immer höher qualifizierte ArbeitnehmerInnen seitens der Wirtschaft verlangt und Qualifikationen für morgen müssen heute erlernt werden", folgert Bauer. Die schlechtesten Zukunftsaussichten haben an- und ungelernte ArbeitnehmerInnen. Neben der fachlichen Qualifikation werden auch immer mehr Eigenschaften wie Konfliktfähigkeit, Eigeninitiative, Teamfähigkeit und soziale Kompetenz an Bedeutung gewinnen, die jedoch nirgends vermittelt werden", resümierte Bauer und forderte die Verantwortlichen auf, diese Ausbildungslücke rasch zu schließen.

Bei näherer Betrachtung der Gewerbeordnungsnovelle sei zu bemerken, dass anstatt der angekündigten Liberalisierung im wesentlichen nur eine "Organisationsverschiebung" vorgenommen werde. Bereiche, die bisher im Gesetz geregelt waren, werden nun in den Verordnungsweg verschoben. Dazu kommt eine undifferenzierte Streichung von Gesetzesteilen, wodurch wesentliche Schutzbestimmungen für KonsumentInnen wegfallen.
Bauer stellt dazu fest: "Eine Gesamtbeurteilung der Neuerungen ist überhaupt noch nicht möglich, da die Verordnungsentwürfe, in denen künftig die Regelung in vielen Bereichen erfolgen wird, noch nicht vorliegen - das Gastgewerbe ausgenommen."

"Die Wirtschaftskammer und die Arbeiterkammer Wien wollen nun den Karren für Lehrstellen wieder flott machen, indem sie ein Abkommen über Ausbildungsverbände, Kurse für Ausbildende und über die Fortführung eines Auffangnetzes abgeschlossen haben, wobei davon ausgegangen wird, dass sich der Bund an der Finanzierung zu 50 Prozent beteiligt", erklärte Bauer. "Dieses interessante 'Wiener Modell' sollte auch von den anderen Bundesländern auf die Umsetzbarkeit im jeweiligen Bundesland überprüft werden," so Bauer abschließend. (Schluss) hm/mm

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