"EU-Verbot für Werbung an Zielgruppe Kinder". Ein Informationsabend mit den Gastreferenten Stephan Loerke und Paul Jackson, organisiert von der IAA, der Wiener Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation und dem WirtschaftsBlatt.

Wien (OTS) - Zu einem Informationsabend zum Thema "EU-Verbot für Werbung an Zielgruppe Kinder" lud am Donnerstag, dem 13. Juni, die IAA - gemeinsam mit der Wiener Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation und dem WirtschaftsBlatt - ins Wiener MAK, um die Möglichkeiten zu erörtern, wie einem möglichen EU-weiten Verbot für Werbung an Zielgruppe Kinder rechtzeitig entgegengewirkt werden kann.
Den Anfang machte Gastreferent Stephan Loerke als Vertreter der WFA (World Federation of Advertisers) mit einer kurzen Einführung in die Problematik, dass sowohl von politischer - dabei hauptsächlich aus EU-Gremien - als auch gesellschaftlicher Seite die Sensibilität auf Werbung für die Zielgruppe Kinder ständig zunimmt, und in einem generellen Werbeverbot münden könnte. Argumentiert werden diese Überlegungen hinsichtlich einer Beschränkung bzw. eines Verbots damit, dass Kinder als "verletzliche Verbraucher" anzusehen sind, die sich mit Werbung und Information noch nicht kritisch auseinandersetzen können. Der von Konsumentenschützern hergestellte Zusammenhang zwischen einer steigenden Zahl übergewichtiger Kinder und Werbung für zucker- und fetthaltige Nahrungsmittel wurde dabei exemplarisch erwähnt. Loerke zeigte sich überzeugt, dass die Diskussion um eine Einschränkung bzw. ein Verbot von Werbung für Kinder in den nächsten Jahren von EU-Seite forciert wird.
Die Wirtschaft, insbesondere die Werbewirtschaft, müsse dem Bedrohungsszenario dieser möglichen Entwicklung aber nicht tatenlos zusehen. Mit Imagekampagnen könne die Öffentlichkeit rechtzeitig und präventiv überzeugt werden, dass Werbung für die jüngste Zielgruppe keineswegs eine Bedrohung, sondern eine Bereicherung an Information darstellt. "Die österreichische Werbewirtschaft muss - wie in anderen europäischen Ländern - verstehen, wie wichtig es ist, an der Debatte um die Legitimität von Werbung teilzunehmen und in der Folge auch konkrete Schritte setzen, um Media-Kompetenzinitiativen zu starten", so Loerke

An Loerkes Referat zur Schaffung eines Problembewusstseins schloss Paul Jackson, der FIC (Freedom of Information for Children Programme) mit einer Bestandsanalyse des "Media Smart"-Programms in Großbritannien an. Diese Medienkompetenzinitiative hat es zum Ziel, Medienalphabetismus - also einen kritischen und vernünftigen Umgang mit Medien und damit Werbung - zu fördern. Auch hier wird der informative Charakter von Werbung unterstrichen, durch dessen Wahrnehmung der Konsument erst mündig und zu (Kauf)Entscheidungen fähig wird. Um die Medienwelt zu verstehen, darf Kindern das Lernen deren Spielregeln nicht vorenthalten werden.
Jackson konnte zwei gelungene Fernsehspots aus einer ähnlichen Initiative in Kanada präsentieren, die jeweils Hauptargumente der Befürworter von Werbeverboten verarbeiten.

In der abschließenden Diskussion wurde die Wichtigkeit der Thematik vor allem durch zahlreiche Publikumsmeldung noch einmal unterstrichen.

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