BUSUNGLÜCK ZEIGT: VERPFLICHTENDE BLUTABNAHME BEI DROGENVERDACHT LÄNGST ÜBERFÄLLIG!

KfV fordert eine gesetzlich verpflichtende Blutabnahme für Drogenlenker

Wien (OTS) - Samstag Nachmittag - ein folgenschweres Busunglück
auf der A1: Ein Klein-Lkw prallt gegen die Mittelschiene, stürzt auf die Gegenfahrbahn und stößt gegen einen vollbesetzten Reisebus. Der Lenker wird getötet, 21 unschuldige Menschen werden zum Teil schwerst verletzt. Die Untersuchungen ergeben: Der Unglücks-Lenker war beeinträchtigt. Der Konsum von verschiedensten illegalen Drogen wurde durch die nachträgliche Blutabnahme festgestellt.

Blutabnahme bei Drogenverdacht - jedes einzelne Leben zählt!

So tragisch dieser Unfall ist, er hätte verhindert werden können. "Was beim Alkohol bereits seit Jahrzehnten gang und gäbe ist, soll für Drogenlenker nicht gelten? Dieser tragische Unfall hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig die von uns langjährig geforderte verpflichtende Blutabnahme bei Drogenverdacht ist. Es muss offensichtlich immer zuerst etwas passieren, bevor gehandelt wird. Erst nachdem Getötete und Verletzte im Spiel sind, werden Maßnahmen gesetzt", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Verkehrsausschuss: Einheitlichkeit der Regierungsparteien gefordert!

Am 26. Juni wird im Verkehrsausschuss über die Einführung der verpflichtenden Drogentests diskutiert. Das KfV fordert diesbezüglich die Geschlossenheit der Parteien, um nicht weitere Getötete im Straßenverkehr in Kauf zu nehmen. "Wir fordern den Beschluss einer dem Alkohol-Gesetz vergleichbaren Regelung, die dem Amtsarzt ermöglicht, eine etwaige Drogen-Beeinträchtigung feststellen zu dürfen", so Thann.

Durch Stufenmodell ungerechtfertigte Bestrafung ausgeschlossen

Kritikern der verpflichtenden Blutabnahme bei Drogenverdacht kann der Wind aus den Segeln genommen werden. Willkürliche und ungerechtfertigte Bestrafungen können auf Grund der sicheren und stets angemessenen Beweismethoden ausgeschlossen werden: Geschulte Exekutivorgane stellen den Verdacht auf Drogenbeeinträchtigung fest -die Treffsicherheit liegt bei 90 Prozent! Lediglich jene von der Exekutive Verdächtigten müssen zum Amtsarzt. Dieser hat nun die aktuelle Beeinträchtigung und Fahruntauglichkeit festzustellen. Erst wenn das geschehen ist, hat, um mit 100-prozentiger Sicherheit feststellen zu können, dass es sich um eine Drogenbeeinträchtigung handelt, eine Blutabnahme zu erfolgen. Ein Drei-Stufenmodell - Stufe 1: Fahruntauglichkeit kann erst durch deutliche Anzeichen festgestellt werden, Alkohol muss ausgeschlossen werden, Stufe 2:
klinische Untersuchung durch Amtsarzt, Stufe 3: Blutuntersuchung, falls Verdacht auf eine Drogenbeeinträchtigung besteht - verhindert jegliche Willkürlichkeit. Thann: "Es ist nicht einzusehen, dass ein sich im Alkoholbereich jahrzehntelang bewährtes System nicht auf den genauso gefährlichen Drogenbereich übertragen werden kann."

16 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 8 am Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 8 Pkw-Insassen (davon 7 Lenker), 1 Lkw-Lenker, 3 Motorrad-Lenker, 1 Moped-Lenker, 1 Radfahrer, 1 Fußgänger und ein Lenker eines Microcars ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten Überholen (5), nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (4), Vorrangverletzung (3), Unachtsamkeit (1), Übermüdung (1) und Drogeneinfluss (1) festgestellt werden. Bei 1 Verkehrsunfall konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 1 Fußgänger und 1 Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 6 der 16 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. 2 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. Vom 1. Jänner bis zum 16. Juni dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 348 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende April), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 384 Menschen tödlich.

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