"Die Verlagerung der Frachten auf die Schiene spart nicht viel Energie"

Kritische Studie zweier deutscher Forschungsinstitute -Vergleichende Analyse des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen des Straßentransports und des kombinierten Verkehrs Schiene/Straße

Wien (PWK431) - Eine von der IRU (International Road Transport Union) und dem BGL (Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik) in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, dass kombinierter Güterverkehr, der sowohl auf der Schiene als auch auf der Straße operiert, in Bezug auf Energieverbrauch und CO2 Emissionen nicht unbedingt sauberer und umweltfreundlicher ist als herkömmlicher Straßengüterverkehr.

Erstellt wurde die Studie von zwei deutschen Forschungsinstituten:
dem IFEU (Institut für Energie- und Umweltforschung), das sich der Problematik des Energieverbrauchs und der Umwelt widmet, und der SGKV (Studiengesellschaft für den kombinierten Verkehr), die auf kombinierten Güterverkehr spezialisiert ist. Die Untersuchungen zeigen, dass kombinierter Verkehr den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß verringern kann. Dies ist jedoch nicht immer der Fall.

Wie Rudolf-Christian Bauer, Präsident der IRU-Wirtschaftskommission und Geschäftsführer des Fachverbandes Güterbeförderung, dazu heute, Freitag, in einem Pressegespräch erklärte, zeige die Untersuchung, dass Frachtverlagerungen von der Straße auf die Schiene den Einfluss auf die Umwelt nicht merkbar reduzieren. Die Studie merke auch an, dass die Ökobilanz des Straßengüterverkehrs durch politische Restriktionen unnötigerweise reduziert wird.

"Insgesamt eröffnet die von IRU und BGL in Auftrag gegebene Studie neue Perspektiven beim Vergleich von Straßengüterverkehr und kombiniertem Güterverkehr. Um sich ein Gesamtbild machen zu können, enthält die Analyse detaillierte Gegenüberstellungen der jeweiligen Energieverbräuche und der CO2 Emissionen, erklärte Jens Hügel, Chefökonomen der IRU mit Sitz in Genf, und fasse zusammen: "Die Verlagerung der Frachten von LKWs auf Züge wird nicht viel Energie sparen. Kombinierter Transport ist nicht die große Lösung, die sich viele Politiker erhoffen. Um das politische Ziel, den Straßengüter-auf Schienenverkehr umzustellen, durchzusetzen, werden Strafen für den Straßengüterverkehr verhängt. Die führen jedoch nur zu größeren Strafen, nämlich für die Wirtschaft und für die Umwelt. Deshalb sollte man sich, will man in Europa eine vernünftige Mobilität für Personen und Güter ermöglichen, an der Transportpolitik der IRU orientieren. Diese basiert auf den drei "i", nämlich Innovation, Incentives und Infrastruktur."

(Siehe auch unsere heutige PWK-Aussendung "Güterbeförderer vehement gege Lkw-Fahrbeschränkung am Freitag") (hp)

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