Leitl begrüßt Europäisches Sozialpartnerabkommen über Telearbeit

Europäische Sozialpartnerschaft zeigt Lösungskompetenz -Abkommens-Umsetzung erfolgt zukunftsweisend: erstmals autonom durch Sozialpartner auf nationaler Ebene und nicht durch EU-Richtlinie

Wien (PWK428) - Die Generalversammlung der UEAPME beschließt nächste Woche in Brüssel das zwischen den europäischen Sozialpartnerverbänden UNICE, UEAPME, CEEP und EGB verhandelte Abkommen über Telearbeit. Das seit September 2001 verhandelte Abkommen ist das erste, durch das sich die Sozialpartner zur autonomen Umsetzung verpflichten. Die Kommission wird nicht um die Vorlage eines europäischen Gesetzesvorschlags ersucht, wie dies bei früheren Sozialpartnerabkommen wie zB zum Elternurlaub oder zur Teilzeitarbeit der Fall war.

"Die Wirtschaftskammer Österreich begrüßte dieses Abkommen ausdrücklich bereits bei der Generalversammlung der UEAPME im April dieses Jahres", erklärt WKÖ- und Eurochambres-Präsident Christoph Leitl. "Die europäischen Sozialpartner haben das Abkommen in wechselseitiger Abstimmung zustande gebracht und damit Innovationskraft und Lösungskompetenz bewiesen, da sie mit der Wahl dieses Instruments erstmals die volle Palette der ihnen durch den EU-Vertrag zur Verfügung gestellten Instrumente ausgeschöpft haben." Als Vertreter der WKÖ wird der Geschäftsführer der Bundessparte Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung, Helmut Heindl, heute das Abkommen in der Generalversammlung mitbeschließen.

"Das Abkommen, in dem es vor allem um die Gleichbehandlung von Teleworkern und vergleichbaren Arbeitnehmern im Betrieb geht, wahrt die nötige Flexibilität, womit vermieden wird, ein relativ neues Gebiet wie die Telearbeit zu Tode zu regulieren", so Leitl. Entscheidend sei, dass Beginn und Ende der Aufnahme von Telearbeit des gegenseitigen Einvernehmens zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bedürfen. Behandelt werden in dem Abkommen außerdem die Bereiche Datenschutz, Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie die Weiterbildung von Telearbeitern.

"Durch ein entsprechendes follow-up auf nationaler Ebene muss sichergestellt werden, dass das Instrument eines rechtlich nicht verbindlichen Abkommens auch in Zukunft sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer attraktiv bleibt", merkt Leitl an. "Die nationale Umsetzung wird in Österreich ebenfalls eng sozialpartnerschaftlich durchgeführt werden und dabei auch die Industrie voll miteinbeziehen." Die Wirtschaftskammer Österreich erachtet diese Art flexibler Abkommen auf europäischer Ebene als zukunftsweisend und spricht sich auch für eine Ausweitung dieser Instrumente auf andere Politikbereiche im EU-Vertrag im Rahmen des Konvents aus.

Das Abkommen soll Anfang Juli von den Europäischen Sozialpartnern und erstmals auch von der UEAPME unterzeichnet und innerhalb von drei Jahren gemäß den nationalen Gepflogenheiten umgesetzt werden. (Ne)

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