Bures zu Chipkartengebühr: Und wieder schröpft die Regierung die Kranken

Wien (SK) "Nach der Totalpleite Ambulanzgebühr, die in der Bevölkerung wenig Akzeptanz hat, die weder das von der Regierung angepeilte finanzielle Ergebnis einbringt, noch den erhofften Lenkungseffekt, wurde mit der Chipkartengebühr eine weitere unmenschliche Schröpfaktion kranker Menschen eingeleitet, die ohne Zweifel zu einer Zwei-Klassen-Medizin führt", kritisierte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Bures betonte weiters, dass es sich dabei offensichtlich nicht um eine Chipkarten- oder Servicegebühr handle, "sondern de facto um eine Arztgebühr". ****

Bereits bei der Ambulanzgebühr, erinnerte Bures, sei der von der Regierung angestrebte Lenkungseffekt klar verfehlt, dafür aber der Verwaltungsaufwand erhöht worden. Das würden beispielsweise auch die Erkenntnisse des Verwaltungsdirektors der Landeskrankenanstalten/Uni-Kliniken Innsbruck, Max Laimböck, ergeben. Denn dieser hätte gezeigt, dass die Behandlung in Ambulanzen keineswegs teurer ist als im niedergelassenen Bereich. Auch würden aufgrund der Ambulanzgebühr keineswegs signifikant weniger PatientInnen die Ambulanzen und auch nicht mehr die niedergelassenen ÄrztInnen aufsuchen.

"Viele medizinische Untersuchungen sind eben nur in den Ambulanzen möglich. Ganz ähnlich wird es sich voraussichtlich auch bei der 'Arztgebühr' abspielen: Die PatientInnen werden gleich zu den Fachärzten gehen - und dafür wieder die zehn Euro berappen müssen", ist Bures überzeugt. Schon bisher sei es bekannt, führte Bures aus, das nur ein Drittel der PatientInnen immer denselben Arzt aufsuchen. Die anderen konsultieren mehrere Ärzte. "Wenn also zum Beispiel die Ursache der Beschwerden noch nicht abgeklärt ist und die PatientInnen zu verschiedenen Fachärzten gehen, muss bei jedem für die Konsultation berappt werden", kritisierte Bures.

"Das bedeutet in letzter Konsequenz, dass sich nur Kranke, die gut verdienen, Gesundheit leisten können. Finanziell schlechter Gestellte werden es sich zwei Mal überlegen, ob sie einen weiteren Facharzt aufsuchen und damit von neuem die Gebühr entrichten müssen", monierte Bures abschließend. (Schluss) up

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