OeNB - Stellungnahme der OeNB zu den Äußerungen von Herrn LH Dr. Haider zur Thematik "Lombard-Klub"

Wien (OTS) - Herr LH Dr. Haider hat in einer Pressekonferenz
vom 13. Juni 2002 bzw. in einem Interview in der jüngsten
Ausgabe der Zeitschrift "Format" behauptet, die österreichische Kreditwirtschaft hätte durch unzulässige Kartellabsprachen der österreichischen Bevölkerung einen Schaden von zumindest
Euro 7,27 Mrd. verursacht und gefordert, dass die
österreichischen Banken einschließlich der Oesterreichischen Nationalbank einen Beitrag von bis zu Euro 2 Mrd. zur
angekündigten Steuerreform 2003 leisten sollen.

Die Oesterreichische Nationalbank bedauert in diesem
Zusammenhang zutiefst, dass die von verschiedensten Seiten
erfolgten Appelle, die Thematik "Lombard-Klub" nicht für partei-und tagespolitisches Kleingeld zu nutzen, offensichtlich nichts gefruchtet haben, sondern durch die Ankündigung unbegründeter Schadenshöhen und Schadenersatzerwartungen ein Schlüsselbereich unserer Wirtschaft vorverurteilt und in Misskredit gezogen wird.

Die Oesterreichische Nationalbank möchte ausdrücklich
feststellen, dass die österreichische Kreditwirtschaft und ihre Manager ihr vollstes Vertrauen genießen und dass sie alle
Versuche, das Vertrauen der Sparer und Kreditnehmer in die
Banken zu erschüttern, schärfstens verurteilt.

Die Oesterreichische Nationalbank möchte auch darauf
hinweisen, dass die Heranziehung von Währungsreserven der Oesterreichischen Nationalbank zur Finanzierung einer
Steuerreform gemäß EG-Vertrag eine gesetzwidrige Staatsfinanzierung darstellen würde.

Wenn Herr LH Dr. Haider die Oesterreichische Nationalbank als
"Pate des Systems" bezeichnet, so sei er darauf hingewiesen,
dass er erst in jüngster Vergangenheit mit einer ähnlich unqualifizierten Äußerung gegenüber der Oesterreichischen Nationalbank in einem Gerichtsverfahren unterlegen ist. Die Oesterreichische Nationalbank weist alle Versuche, derzeitige
und frühere Mitglieder der Leitungsgremien der Oesterreichischen Nationalbank zu verunglimpfen und zu diskriminieren, auf das Schärfste zurück.

Die OeNB erfüllt es jedoch mit Genugtuung, dass ihr die österreichische Bevölkerung ein Höchstmaß an Vertrauen entgegenbringt, wie verschiedene Meinungsumfragen regelmäßig belegen.

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