IV/Teleworking-Einigung: Neues Durchstarten der Europäischen Sozialpartnerschaft

UNICE verabschiedet auf Präsidentenrat in Sevilla Agreement mit dem EGB zu Teleworking - Neuer Vorschlag für strukturiertes Mehrjahresprogramm der europäischen Sozialpartner - UNICE geht weiter von EU-Erweiterung 2004 aus - Ab 2003 BASF Vorstandsvorsitzender Jürgen Strube neuer UNICE-Präsident

Wien (PdI) Die Europäische Sozialpartnerschaft sendet eine deutliches Signal Ihrer Handlungsfähigkeit: Der Präsidentenrat des Europäischen Arbeitgeberdachverbandes und Sozialpartners UNICE hat heute in Sevilla ein Agreement mit dem Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) zu Teleworking verabschiedet. Es ist dies, nach den Vereinbarungen zu Elternurlaub, Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge, die vierte verhandelte Einigung der Europäischen Sozialpartner. "Neu ist jedoch, dass diese Einigung nicht in Form einer EU-Richtlinie umgesetzt wird, sondern durch die Sozialpartner der Mitgliedstaaten selbst", betonte IV-Präsident und UNICE-Vizepräsident, DI Peter Mitterbauer, der auf dem UNICE-Präsidentenrat in Sevilla die österreichische Industrie vertritt.

Gegenwärtig arbeiten EU-weit bereits 4,5 Mio. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als Teleworker. Prognosen gehen von einem Ansteigen dieser Zahl auf bis zu 17 Mio. bis 2010 aus. Die Einigung der Sozialpartner vermeidet eine Diskriminierung der Teleworker und gibt weitgehenden arbeitsrechtlichen Schutz, ist aber trotzdem flexibel genug, um diese zeitgemäße und flexible Arbeitsform zu fördern.

Darüber hinaus hat der UNICE-Präsidentenrat heute einen Vorschlag für ein Mehrjahresprogramm für die Europäische Sozialpartnerschaft verabschiedet, der den Gewerkschaften am 21. Juni im Social Dialogue Committee vorgelegt wird. Dieses Programm konzentriert sich auf die Ziele Verbesserung des Arbeitsmarktes im Sinne der Lissabon-Strategie und Maßnahmen der Sozialpartner zur Vorbereitung der EU-Erweiterung. "Dieses Arbeitsprogramm soll mit dem EGB unter dänischer EU-Präsidentschaft vereinbart werden - dies wäre der Startschuss für eine neue, bedeutendere Rolle von UNICE und EGB bei der Lösung von Problemen, die durch rein legistische Maßnahmen nicht ausreichend gemeistert werden können. Vor allem die Europäische Kommission wartet auf dieses positive Signal der europäischen Sozialpartner", so IV-Päsident Mitterbauer.

UNICE sieht Erweiterungsfahrplan ungefährdet

Wenngleich der UNICE-Präsidentrat die Einhaltung objektiver Kriterien bei der Aufnahme neuer Mitglieder in die Europäische Union einfordert, geht er auf Basis der eigenen Länderanalyse davon aus, dass die Chancen intakt sind, dass 2004 alle 10 Beitrittswerber der EU beitreten können. Mitterbauer: "Mitentscheidend für den Erfolg der Erweiterung ist die Akzeptanz in der europäischen Bevölkerung. Hier ist weitere intensive und professionelle Öffentlichkeitsarbeit gefragt, sowohl von den Europäischen Organisationen als auch von der UNICE selbst. Auch die Industriellenvereinigung ist in diesem Thema in den kommenden Monaten verstärkt aktiv."

Jürgen Strube neuer UNICE-Präsident

Mit dem Vorstandsvorsitzenden der BASF AG, Dr. Jürgen Strube, wurde in der heutigen Sitzung einer der renommiertesten und weltweit bekanntesten Unternehmer Deutschlands zum UNICE-Präsidenten gewählt. Strube wird sein Amt aus beruflichen Gründen jedoch erst Mitte 2003 antreten. Das Mandat des amtierenden Präsidenten George Jacobs wurde daher um ein Jahr verlängert. "Durch die ausgezeichneten Kontakte zu den deutschen Schwesterverbänden Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und dem Bundesverband der deutschen Arbeitgeber (BDA) wird die Industriellenvereinigung mit dem neuen UNICE-Präsidenten sehr gut kooperieren," ist IV-Präsident Peter Mitterbauer überzeugt.

Der UNICE-Präsidentenrat ist das höchste Führungsgremium des europäischen Industrie- und Arbeitgeberdachverbandes, er steht unter dem Vorsitz von UNICE-Präsident George Jacobs und setzt sich aus den Präsidenten der nationalen Arbeitgeber- und Industrieverbänden zusammen. Der Präsidentenrat tagt zweimal im Jahr jeweils eine Woche vor dem EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs. Österreichs Vertreter in der UNICE ist aufgrund ihrer freiwilligen Firmenmitgliedschaft die Industriellenvereinigung, die im Präsidentenrat durch IV-Präsident und UNICE-Vizepräsident DI Peter Mitterbauer vertreten.

Der Europäische Soziale Dialog wird von EGB, UNICE, UEAPME und dem Europäischen Verband der Gemeinwirtschaft geführt.

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