Neurologisches Rehabilitationszentrum (NRZ) Rosenhügel nimmt Betrieb auf - Langfassung

Wien (OTS) - Die Zeichen der Zeit richtig erkennen und zielstrebig danach handeln, so lautet das Motto der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft in Bezug auf das am 17. Juni 2002 eröffnete "Neurologische Rehabilitationszentrum" in Wien am Ro-senhügel.

Neurologische Erkrankungen sind im Vormarsch. Österreichweit werden jährlich rund 5.000 Menschen mit Krankheiten des zentralen Nervensystems und 50.000 Men-schen nach einem Schlaganfall im Spital behandelt. 11.000 Menschen sterben an den Folgen dieser Krankheit. Mit dem neuen Rehabilitationszentrum wird eine Lücke bei der Behandlung geschlossen, fehlen bisher nach einer Studie im gesamten Bun-desgebiet doch etwa 800 Behandlungsbetten. Experten sind der Meinung, dass bei einer gezielten Neuro-Rehabilitation im Anschluss an einen Spitalaufenthalt jährlich 2.000 Menschenleben gerettet werden können.

Der Standort Rosenhügel wurde vor allem wegen der räumlichen Nähe zum Neuro-logischen Krankenhaus der Stadt Wien ausgewählt. Durch eine Zusammenarbeit im Diagnostik- und Therapiebereich wird eine bis dato einzigartige durchgehende Be-handlungskette eröffnet, die für die Patienten wesentliche Vorteile bringt. Darüber hinaus ergeben sich Synergieeffekte auch im ökonomischen Bereich.

Neue Wege in der Betriebsführung

Bei der Betriebsführung einer Einrichtung eines Sozialversicherungsträgers werden gänzlich neue Wege beschritten. Erstmalig in Österreich erfolgt das Management durch ein privates Unternehmen, und zwar durch die VAMED-Gruppe. Sie wurde als Bestbieter ausgewählt und ist national und international für umfassende Leistungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens bekannt.

Eckdaten des NRZ Rosenhügel
Stationärer Bereich:
Der Stationäre Bereich umfasst 3 Stationen mit 122 Betten, wovon sich 30 Betten in einem "Pensionsbereich" befinden, in dem die Patienten vollkommen selbstständig sind und keiner Pflege bedürfen. Die restlichen 92 Betten sind auf 2 Bettenstationen mit Pflegepersonal verteilt.

Nach einer ausführlichen diagnostischen Untersuchung wird für die Patienten ein individueller Rehabilitationsplan erstellt. Danach erfolgen die Therapiemaßnahmen mit dem Ziel, Restfunktionen des Nervensystems physikalisch, medikamentös, che-misch und neurophysiologisch zu aktivieren bzw. zu modifizieren, um eine weitge-hende Selbständigkeit des Patienten zu erzielen. Es wird von einer Aufenthaltsdauer von 4 Wochen ausgegangen, die aber nach Bedarf verlängert werden kann.

Tagesklinik:
Diese umfasst 20 Behandlungsplätze und ist im Gartengeschoß in unmittelbarer Nä-he zum Therapiebereich angesiedelt. Vorraussetzung für die Aufnahme in die Ta-gesklinik ist die Selbständigkeit des Patienten bei den alltäglichen Verrichtungen. Aufgabe der Tagesklinik ist neben den medizinisch diagnostisch und therapeutischen Schwerpunkten die soziale, familiäre und berufliche Integration des Patienten.

Die Aufenthaltsdauer beträgt üblicherweise 20 Tage. Es besteht auch die Möglich-keit, in der Tagesklinik Patienten entsprechend dem Rehabilitationsziel nur für einen Tag oder auch tageweise über einen längeren Zeitraum zu betreuen.

Medizinisches Angebot:
Das diagnostische und therapeutische Angebot " unabhängig ob stationär oder in der Tagesklinik " basiert auf rezenten ("evidenced based medicine") wissenschaftli-chen Erkenntnissen. Innovationen im Bereich der Diagnostik sind die EMG-unterstützte Bewegungsanalyse sowie Posturographie (Messung der Balance) und die routinemäßige Durchführung von Bereitschaftspotentialen. Im therapeutischen Bereich stehen 12 computerunterstützte Behandlungsplätze zum Training höherer Hirnleistungen zur Verfügung sowie Laufbandtherapie und Balancetraining zur Ver-besserung der motorischen Motalität, um nur einige zu nennen.

Weiters vorgesehen ist, dass im NRZ Rosenhügel die Implementierung von Quali-täts- und Leistungs-orientierten Outcome-Messungen vom ersten Tag an erfolgt. Er-möglicht wird dies durch die prospektiv geplante EDV-unterstützte Datenerfassung krankheitsspezifischer Outcome-Indikatoren " multiprofessionell " als Routinelei-stung. Die Outcome-Messungen sollen dem "neuen" Paradigma, welches neben dem ausschließlich krankheitsspezifischen Denken ein vermehrt gesundheitsorientiertes Denken inkludiert, gerecht werden.

Rückfragen & Kontakt:

Josef Paulis
Sozialversicherungsanstalt
der gewerblichen Wirtschaft
Tel. 01/54 6 54/3451

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