Pressestimmen/Vorausmeldung/Frühpensionierungen

Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Die neue Qualität der Scheinheiligkeit=

Utl.: Ausgabe vom 14. Juni 2002=

Österreich degeneriert mit einer neuen Qualität
der Scheinheiligkeit: "Doppelmoral" heißt das Zauberwörtchen. Eine Doppelmoral, die den moralisierenden Zeigefinger zur Farce und die Moral selbst zur Attrappe reduziert. Mit Beispielen versorgt uns die schwarz-blaue Regierung en masse: Proporzrausch da. Parteibuchmacht dort. Und über all dem: das unappetitliche Doppelspiel Klein gegen Groß.

Tendenz ungebrochen auffallend: Gestern gipfelte sie in dem Dringlichen Antrag der Regierung zur Frühpensionierungswelle bei Post, ÖBB und Telekom. Was nichts anderes hieß, als staatsnahe Betriebe ungustiös anzupatzen. Ungustiös, weil die fragwürdigen Frühpensionierungen zum Großteil regierungsgemacht sind. Das wissen Riess-Passer & Co. Sie wissen es, tun aber so, als wäre ihr Name Hase (der bekanntlich von nichts weiß)- und trommeln gegen Unternehmen, die quasi schwarz-blau zum Handkuss gekommen sind.

Es war just diese Wenderegierung, deren speed kills nicht schnell genug gehen konnte: Ruckzuck - und schon waren Post und Telekom Reformen aufdividiert, die nicht konsequenzlos bleiben konnte. Exakt diese Konsequenzen waren absehbar - und der Regierung bewusst:
Personalabbau auf welchen Wegen auch immer. Nicht das Wie kümmerte das Wendeteam: das Ziel war bestimmend.

Ähnliches bahnt sich bei der Steuerreform an: Mit Ach und Weh sollte eine Entlastung 203 durchgeboxt werden - um sich dann bei der absehbaren Belastungswelle 2004 die Hände in Unschuld zu waschen...

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