Vana/Sozialpartnergipfel: Arbeitsmarktpolitik nur Männersache?

Wiener Grünen kritisieren schwammige Ankündigungspolitik des Sozialpartnergipfels.

Wien (Grüne) - "Eine reine Männerpartie", kritisiert Vana, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Wiener Grünen, den gestrigen Sozialpartnergipfels zur Situation am Wiener Arbeitsmarkt. "Im Maßnahmenkatalog fehlen geschlechtsspezifische Analysen und daher auch Lösungen, wie z. B. die extrem hohe Arbeitslosigkeit von jungen Frauen gelöst werden kann. "Außerdem, so lange Finanzstadtrat Rieder die Höhe der Fördersumme nicht nennt, bleibt es für mich reine Ankündigungspolitik, so Vana skeptisch.

Als halbherzig und an den grundsätzlichen Problemen des Wiener Arbeits- und Lehrstellenmarktes vorbei formuliert, kommentiert Vana die Ergebnisse des Gipfels. Die meisten Vorschläge konzentrieren sich auf Bekenntnisse. Vana: "Das hilft aber keinem/ keiner Lehrstellensuchenden, weil damit keine neuen Lehrstellen geschaffen werden. Das gleiche gilt für die Beratungs- und Berufsorientierung, die natürlich wichtig ist, aber die gab es bis jetzt auch schon. Für die vielen hundert Lehrstellensuchenden im Herbst sieht die Lage am Lehrstellemarkt weiterhin katastrophal aus."

Insgesamt darf es bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit nicht nur um Lehrstellenförderung gehen. Über 30.000 15 - 24jährige Jugendliche sind Österreichweit beim AMS als Arbeitssuchend gemeldet, Tendenz steigend. Die meisten davon sind nicht Lehrstellensuchend, sondern brauchen einen regulären Job.

Die Wiener Grünen fordern ein Recht auf Ausbildung, das in einem neu zu schaffendem Ausbildungsgesetz festgeschrieben werden soll. Neben der dualen Ausbildung soll eine "Werkstätten- und Fachschulausbildung" angeboten werden, die ebenfalls zum Lehrabschluss führt (Triale Berufsausbildung). Die Finanzierung soll über AMS, WAFF und einen Lehrlingsfonds von Wirtschaftsbetrieben erfolgen, die selbst nicht ausbilden. "Schwarze Schafe" unten den ausbildenden Betrieben, die schlecht oder unvollständig ausbilden, bzw. die Jugendliche als billige Hilfskräfte missbrauchen, werden für die Lehrlingsausbildung gesperrt. Zudem fordert Vana eine gezielte Mädchenförderung am Arbeitsmarkt, um der stark geschlechtsspezifischen Berufsauswahl und den großen Einkommensunterschieden zwischen jungen Frauen und Männern entgegenzuwirken sind auszuweiten.

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