Mailath-Pokony: Bekenntnis zu offener und lebendiger Kultur

"Stehen wir dazu, wir können es uns leisten!"

Wien (SPW) Zu einer "politischen Kulturarbeit" bekannte sich Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am Mittwoch Abend im Rahmen der Team für Wien Veranstaltungsreihe "100 Projekte für Wien". Schließlich sei Kultur "immer politisch", weil es darum gehe Standpunkte, Werte durchzusetzen und Interessen zu formieren. "Es wäre doch traurig in Kulturpolitik nur Verwaltung zu sehen", betonte Mailath. Ebenso wichtig sei es zu "gestalten und Visionen zu verfolgen."****

In seinem ersten Jahr sei ihm eine grundlegende Neuordnung der Wiener Theaterlandschaft gelungen, so der Kulturstadtrat. Das Theater an der Wien werde ab 2006/07 als neuer Typus eines städtischen Opern-, Festival- und Musicalhauses geführt. Die Reform sei aber nur ein "erster großer Schritt" einer generellen Umgestaltung der Vereinigten Bühnen Wien. Als Erfolg wertete Mailath auch die Vermittlung und Förderung der Wehrmachtsausstellung. Anders als vor fünf Jahren, als die Ausstellung zum ersten Mal in Wien gezeigt wurde, sei diesmal eine "zivilisierte Debatte" mit großer Signalwirkung möglich gewesen.

Im weiteren skizzierte Mailath die langfristigen Perspektiven der Wiener Kulturpolitik. Hier nannte er die Umstrukturierung des ausgegliederten Historischen Museums der Stadt Wien. Es gelte, dieses Museum zu einem lebendigen und modernen "Ort der Auseinandersetzung" über urbane Themen zu machen. Darüber hinaus kündigte der Stadtrat die Ausgestaltung des Karlsplatzes an. Dieser Platz biete eine im europäischen Vergleich einzigartige Konzentration von Kunst und Kultur, sei aber nur "schwer benutzbar", weshalb man über eine verkehrstechnische Neuordnung nachdenken müsse.

Grundsätzliche Kritik übte Mailath an der Kulturpolitik des Bundes -hier regiere der "eiserne Sparstift". Die deutlichen Budgetkürzungen hätten im Kulturbetrieb zu Resignation geführt; dezidiert kritische Künstler müssten um Förderungen fürchten. "Wien geht da einen anderen Weg", so Mailath. Der Stadtrat betonte das öffentliche Interesse an einem offenen und lebendigen Kulturleben. "Stehen wir dazu, wir können es uns leisten!", so Mailath abschließend. (Schluss) tr

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