18.-21.Juni Gewerkschaftstag Kunst, Medien, Sport, freie Berufe

Motto: kultur@zukunft.at / Hauptreferat: Ernst Wolfram Marboe

Wien (KMSfB/ÖGB). Die zwar kleinste, aber aufgrund ihrer Mitgliederstruktur wohl schillerndste Einzelgewerkschaft des ÖGB, die Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (KMSfB), hält vom 18.-21. Juni in Wien ihren 15. ordentlichen Gewerkschaftstag ab.++++

Motto des Konvents ist kultur@zukunft.at. Am Dienstag wird ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch über "die Rolle der KMSfB im zukünftigen ÖGB sprechen", am Mittwoch gibt es mit dem Hauptreferat von Ernst Wolfram Marboe einen besonderen Höhepunkt. Die Wahl des neuen Vorsitzenden erfolgt am Donnerstag, als Kandidaten sind der bisherige stellvertretende KMSfB-Vorsitzende Peter Paul Skrepek (zugleich Vorsitzender der Sektion Musiker) sowie der Vorsitzende der mit Abstand größten Sektion Technik in Veranstaltungsbetrieben, Gerhard Legner, im Gespräch. Der derzeitige KMSfB-Vorsitzende, Prof. Franz Becke, wird nicht mehr kandidieren.

Die KMSfB zählt etwa 12.000 Mitglieder und umfasst die Sektionen Bühnenangehörige, Musik, elektronische Medien, Film-Foto-audiovisuelle Kommunikation, Unterhaltungskunst-Artistik-Show und Folklore, Technik in Veranstaltungsbetrieben, Unterricht-Sport-freiberuflich Tätige.

Turbulente vier Jahre mit Abgang der Journalisten

Die Gewerkschaft KMSfB hat eine turbulente Vierjahresperiode hinter sich: Anfangs die Hoffnung auf eine bessere Zukunft durch den -inzwischen gescheiterten - Verbund mit GPA, DuP und Post, dann der Rücktritt des Vorsitzenden Ernst Körmer und etwa ein halbes Jahr interimistischem Vorsitz durch Rudolf Widmar und Prof. Fritz Peschke. Es folgte ein a.o. Gewerkschaftstag mit der Wahl des ehemaligen Zentralsekretärs Prof. Franz Becke zum Vorsitzenden vor knapp einem Jahr und tags darauf der Paukenschlag durch den ÖGB-Bundesvorstandsbeschluss, daß die Sektion Journalisten nach jahrelangen, aufreibenden internen Querelen zur Gewerkschaft Druck und Papier wechseln darf. Nicht zuletzt sorgte auch die - noch ungeregelte - Betreuung der Sportler (v.a. Fußballer) für Unmut.

Themen-Schwerpunkte u.a. Werkverträge, Kunstbudget, Urheberrecht

Folgende Themenkreise werden im Mittelpunkt der Beratungen stehen:
das Künstlersozialversicherungsgesetz (das nicht ganz wunschgemäß ausfiel), unfreiwillige Scheinselbstständigkeit durch zunehmende Werkverträge und somit Flucht aus dem Arbeitsrecht, gestaltende Maßnahmen für die Massenmedien u.a. in Form einer Steuerung über die Presseförderung, die Forderung nach neuen Lehrberufen und qualifizierten Fortbildungsmöglichkeiten in Kulturbereichen, Förderung junger Musikschaffender durch Aufbau einer "Musikhilfe" ähnlich der Sporthilfe, Berücksichtigung der heimischen Kulturschaffenden durch Quotenregelung in allen Programmen österreichischer Radio- und TV-Unternehmen, Wiedererrichtung eines Kunstministeriums und Erhöhung des Kunstbudgets, Sofortprogramm zum Aufbau und Stärkung einer standortgebundenen Film- und Fernsehwirtschaft mit hochqualifizierten Arbeitsplätzen, Einführung des Urhebernachfolgerechts für Musikschaffende sowie diverse Änderungen bei der musikalischen Ausbildung.

ÖGB, 13. Juni 2002
Nr. 519

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Zentralsekretär der Gewerkschaft KMSfB

Thomas Linzbauer 01/31316/838 00

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