Kessler: Branchenspezifisch verschiedene Situationen für Bergbau 2001

Vorsichtiger Optimismus für den weiteren Verlauf 2002 - neue Richtlinien bringen Belastungen für Betriebe

Wien (PWK416) - "Uneinheitlich gestaltete sich das Ergebnis für
den Bergbau 2001 - der Konjunktureinbruch ab Mitte 2001 hatte aber sicher Folgen für das Investitionsklima", meint der Fachverbandsobmannstellvertreter Dkfm. Kessler (Wolfram Bergbau- und Hütten GmbH Nfg. KG) bezüglich des abgelaufenen Geschäftsjahres 2001.

Die Auftragslage sei insgesamt verschieden gewesen: Während z.B. der Talkbergbau, der Salzbergbau und der Wolframbergbau ein positives Jahr aufwiesen, stagnierte die Auftragslage z.B. in Teilen des Kaolinbergbaus sowie in Teilen des Magnesitbergbaus.
Bei den Exporten waren Steigerungen im vergangenen Jahr nur teilweise möglich z.B. für Talk in die osteuropäischen Räume. Für den überwiegenden Teil der Branchen war die Preisentwicklung in etwa gleichbleibend (positive Ausnahmen waren z.B. Talk- und Wolframbergbau). Das Anfang des Jahres noch grundsätzliche positive Investitionsklima wurde aufgrund der konjunkturellen Abkühlung - wenn auch branchenspezifisch verschieden - beeinträchtigt.

"Nicht unerhebliche Belastungen werden durch nationale Auflagen im Sicherheitsbereich (bezüglich Grubenrettung) und ein "Maßnahmenpaket" der Europäischen Kommission, das ebenfalls die Sicherheit im Bergbau verbessern soll, erwartet. Den Standort Österreich zu behaupten, wird dadurch schwieriger". Beim Braunkohlenbergbau hat man 2001 ein leichtes Minus bei der Produktion von ca. 3% verzeichnet. Die Position des Erzberges hat sich im Jahre 2001 nicht verändert . In Summe wurden (Erz und Möllerzuschlagstoffe) in etwa 1,8 Mio. to an die Hüttenwerke Linz und Donawitz geliefert. Der Eisenglimmerbergbau hatte im Gegensatz zum ersten Halbjahr 2001 eine steigende Auftragslage in der zweiten Jahreshälfte 2001; ein Großteil des Fertigprodukts (90%) geht in den Export.

Das Geschäftsjahr 2001 war sehr erfolgreich für den Wolframbergbau. Die Jahresproduktionsmenge der Erzförderung erreichte ca. 469.000 to (plus 14% gegenüber Vorjahr), das Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr betrug 17%, das ausschließlich auf das Anheben der Verkaufspreise zurückzuführen war. Der Grafitbergbau steigerte die Produktion und die Auftragslage um ca. 10%. Ein gutes Jahr verzeichnete der Talkumbergbau mit einem Umsatzplus von 3,5% durch eine überdurchschnittliche Wachstumrate in den osteuropäischen Märkten, vor allem in der russischen Papierindustrie. Die Produktion konnte gegenüber dem Vorjahr von 181.000 to auf 188.000 to gesteigert werden. Der Exportanteil nach Osteuropa soll in den nächsten fünf Jahren auf 55.000 to angehoben werden. Ein wirtschaftlich nicht leichtes Jahr hatte der Kaolinbergbau. Die Preisentwicklung war aufgrund der starken Konkurrenz unbefriedigend.

Für den größten österreichischen Magnesitbergbaubetreiber RHI AG lag die Auftragslage im Jahre 2001 mit rd. 2,5% leicht über den Werten von 2000. Eine Abschwächung im Bereich Stahl wurde von den anderen Segmenten wie Glas, Zement, Kalk, und Nichteisen überkompensiert. Die Produktion und die Exporte lagen in etwa auf den Vorjahreswerten. Die Investitionen wurden aufgrund der konjunkturellen Abkühlung im Verlauf des Jahres 2001 gegenüber dem Jahr 2000 stark gekürzt (ca. 30%). Positiv endete das vergangene Jahr für den Salzbergbau: Im Inland erfüllten sich größtenteils die Erwartungen; bei Auftausalz waren Rekordabsätze (witterungsbedingt) zu verzeichnen. Die Produktion und der Absatz konnten 2001 auf hohem Niveau weitergeführt werden. Bei den Beschäftigten gab es ein leichtes Plus. Es wurden 2001 weitere Investitionen getätigt, wobei der Schwerpunkt im Ersatz alter Anlagen bzw. Modernisierung geht. Als erfolgreiche Strategien werden seitens der Österreichischen Salinen AG die Ausdehnung der Kapazität, die Forcierung von Spezialprodukten und die Internationalisierung der Akquisitionen angestrebt.

Kessler meint abschließend, dass für den gesamtösterreichischen Bergbau aus heutiger Sicht erst im weiteren Verlauf des Jahres 2002 eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation eintreten kann.(us)

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