Jugoslawien: "Reif" für Österreichs Unternehmer

Miroljub Labus, Vize-Premierminister der Bundesrepublik Jugoslawien hält Vortrag im Club Internationale Wirtschaft in der WKÖ

Wien (PWK413) - Der Krieg und das Regime Slobodan Milosevic haben Jugoslawien weit hinter die anderen ost- und südosteuropäischen Schwellenländer zurückgeworfen. "Wir sind mehrere Jahre im Rückstand" offenbarte der jugoslawische Vizepremier und "wir wollen diesen so schnell wie möglich wieder aufholen", so Labus weiter.

"Aufgrund des Bürgerkrieges haben unsere Unternehmen lange Zeit nicht investiert", erläutert Labus in der WKÖ die Misere. "Unsere Produkte sind nicht wettbewerbsfähig." Deshalb brauche Jugoslawien jetzt technisches Wissen und ausländisches Kapital. Das Potential der Wirtschaft in Jugoslawien für ausländische Direktinvestitionen ist groß. Experten schätzen es gegenwärtig auf 4,5 Mrd. Euro. Bis 2010 soll sich der Betrag sogar verdoppeln. Bis Ende 2005 müssen dem Wunsch der Regierung zufolge etwa 7000 Betriebe in privates Eigentum übergegangen sein. In diesem Jahr stehen beinahe 100 große Unternehmen zum Verkauf.

Die Voraussetzungen dafür seien gegeben, denn die Privatisierung der staatlichen Betriebe laufe auf Hochtouren und die Freihandelszone mit den Nachbarländern trete im Jänner 2003 in Kraft. "Dazu wurden eine Reihe von Reformen begonnen, erläutert Labus, die sich langsam auszuwirken beginnen: Die Stabilisierung der politischen Verhältnisse, die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere durch das neue Gesetz über ausländische Investitionen, die verstärkte Bekämpfung der Inflation, die Bereinigung des Bankensektors, etc."

Immer mehr ausländische Konzerne, allen voran Firmen aus Österreich, investieren in die Region. Vorsichtigen Schätzungen zu Folge werden heuer 100 bis 200 Mio. US-Dollar in Jugoslawien investiert. Trotz Reformschub und Auslandsinvestitionen ist Jugoslawien aber nach wie vor auf Förderungen durch Kredite der Weltbank angewiesen. (gt)

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (++43-1) 50105-4430
Fax: (++43-1) 50105-263
presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK