Pressestimmen/Vorausmeldung/Gaugg

Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: In Tradition des Postenschachers=

Utl.: Ausgabe vom 13. Juni 2002=

Die Causa Gaugg entwickelt sich immer mehr zu
einer Farce. Von der FPÖ kommen divergierende Wortspenden zu der Doppelfunktion des Mandatars. Einmal spricht LH Haider von einem "Sündenfall", dann beeilt er sich wieder zu sagen, dass niemand Gaugg zu einem Rücktritt als Nationalratsabgeordneter zwingen könne. So antiautoritär gab sich das einfache Parteimitglied jedenfalls in der Vergangenheit nicht. Vizekanzlerin Riess-Passer wiederholte indessen mehrfach, dass der Kärntner ohnehin zurücktreten wird. Den Betroffenen selbst lässt das kalt.

Schauspiele wie diese sind nichts Neues. Wenn sie aber ausgerechnet von einer Partei inszeniert werden, die sich den Kampf gegen Postenschacher und Privilegienritter auf die Fahnen geschrieben hat, geht viel Glaubwürdigkeit verloren. Besonders die Sorge mancher FPÖ-Politiker, Gaugg könnte mit seiner Aufgabe als Vize-Generaldirektor der Pensionsversicherungsanstalt nicht ausgelastet sein und daher unbedingt noch ein Nationalratsmandat brauchen, schlägt dem Fass den Boden aus. Man muss sich schon fragen, warum dieser Posten so hoch dotiert ist, wenn noch genug Zeit bleibt, so ganz nebenbei einige Gesetze mitzubeschließen.

Aussagen wie diese werten sowohl die Funktion eines Nationalratsabgeordneten als auch die eines Verantwortlichen in der Pensionsversicherungsanstalt ab. Und der Proponent einer selbsternannten "Partei des kleinen Mannes", der jetzt für sich das finanzielle Maximum herausholt, zeigt, dass es ihm um eines ganz sicher nicht mehr geht: um Politik.

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