KHOL: DAS RISIKO HAT SICH GELOHNT - SÜDTIROL WURDE EIN BLÜHENDES LAND!

Beim Überschreiten der Grenze ohne Reisepass "wird mir warm ums Herz"

Wien, 12. Juni 2002 (ÖVP-PK) 1918 kam Tirol "unters Beil", wurde in drei Teile zerhackt. Südtirol wurde Italien zugeschlagen, die Unrechtsgrenze am Brenner errichtet. Die Italianisierung des Landes setzte ein, der Todesmarsch der österreichischen Minderheit schien zu beginnen. Das Verbrechensregime von Adolf Hitler hat Südtirol dann endgültig verraten, die Südtiroler wurden ausgesiedelt, wurden zu Fremden in ihrer Heimat. 1945 kamen sie zurück, hatten keine Staatsbürgerschaft mehr, waren Rechtlose im eigenen Land. Mit diesen Worten erinnerte ÖVP-Klubobmann Dr. Andreas Khol, gebürtiger Südtiroler, heute, Mittwoch, im Plenum des Nationalrates an die Situation der Südtiroler in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.****

Khol weiter: In den Verhandlungen in Paris haben die Außenminister Gruber und De Gaspari ein Autonomieabkommen geschlossen. Diese Autonomie wurde aber nicht eingehalten, Italien hat damals nicht Wort gehalten. "Daraus entstand der Streit, den wir vor zehn Jahren beigelegt haben. Risiko dieser Beilegung war, dass der Todesmarsch der Minderheit weitergeht, die Brennergrenze als Unrechtsgrenze aufrecht bleibt, dass wir den Anspruch auf Selbstbestimmung der Südtiroler verlieren würden. Aber dieses Risiko hat sich gelohnt: Italien hat Wort gehalten, Südtirol ist ein blühendes Land geworden, der Todesmarsch der Minderheit wurde gestoppt, wir nähern uns wieder dem Wert von 1918. Die Landeseinheit ist in der Europäischen Union wieder hergestellt und als Südtiroler wird es einem warm ums Herz, wenn man bei Überschreitung der Brennergrenze keinen Reisepass mehr herzeigen muss."

"Die Landeseinheit ist im Geiste Europas wieder hergestellt und die Minderheit ist eine Brücke geworden, die Italien und Österreich verbindet. Heute können wir sagen: wir sind befreundete Länder", sagte Khol und erinnerte daran, "wie die Berlusconi-Regierung uns behandelt hat, als alle anderen nicht mit uns reden wollten." Der ÖVP-Klubobmann verbindet damit die Hoffnung, dass im Geist dieser Großzügigkeit auch die Trientiner großzügig zu einer kleinen österreichischen Sprachminderheit im Trient sind. "Ich bitte um diese Großzügigkeit."

"Wir haben das Problem zwischen Österreich und Italien mit Verhandlungen gelöst, die hart geführt wurden und teilweise sogar zu scheitern drohten. Politik ist das Bohren harter Bretter mit Geduld und Augenmaß. Ich hoffe, dass die Tschechen, die auch in die EU wollen, ebenfalls diese Geduld und dieses Augenmaß aufbringen, um das Problem der Unrechtsdekrete von Benes im Verhandlungsproblem zu lösen. Das ist meine Hoffnung", sagte Khol.

Allen "Landsleuten aus Tirol und Südtirol" dankte Khol und versicherte: "Wir bleiben Eure Schutzmacht. Ihr werdet unseren Schutz nicht brauchen. Schützt Ihr uns bitte. Glück auf!"
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