AKNÖ: Konsumenten gehen leer aus!

Absprachen im Lombard-Klub wurden - nach Meinung der AKNÖ-Konsumentenschützer - auch bei Sondergebühren getroffen.

Wien (AKNÖ) - Die Europäische Kommission hat am Dienstag eine Geldstrafe in der Höhe von 124,26 Millionen Euro gegen acht österreichische Banken wegen ihrer Beteiligung am so genannten "Lombard-Club" verhängt. Die EU-Kommission wirft dem Lombard-Klub vor, sich über Spar- und Kreditzinsen abgesprochen zu haben. In diesem Zusammenhang rufen seit Anfang der Woche zahlreiche Konsumenten in der Niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ) an. Nach Meinung der Finanzexperten der NÖ Arbeiterkammer gab es diese Absprachen aber nicht allein bei den Konditionen für Spar- und Kreditzinsen, sondern auch wenn es darum ging, in den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern einer Bank Sondereinnahmeformen zu schaffen, wie etwa Zahlscheingebühren, Kontoführungsgebühren, Schließungs- und Kontoführungsgebühren bei Sparbüchern usw.. Dazu Ernst Hafrank, AKNÖ-Finanzexperte: "In den letzten 10 Jahren waren sowohl auf den Geld-, als auch auf den Kapitalmärkten eine kontinuierlich Zinsen-Abwärtsbewegung mit dem Tiefststand Ende 2000 zu beobachten. Es galt also, ich spreche jetzt aus der Sicht der Banken, neben den Erträgen aus Spar- und Kreditformen neue Erwerbsvarianten zu finden. Nach Gesprächen mit vielen Konsumenten, die sich darüber wunderten, dass in den letzten Jahren immer wieder neue Sondergebühren in Form von Zahlscheingebühren etc. geschaffen wurden, liegt natürlich der Verdacht nahe, dass auch in diesen Bereichen Absprachen unter den Banken getroffen wurden."

124,26 Millionen Euro in den Verwaltungstopf der EU

Über 124 Millionen macht das Bußgeld für die Banken aus. Das ist viel Geld. Doch leider werden die österreichischen Konsumenten von der Strafe nicht profitieren, da die getätigten Zinsabsprachen als Verwaltungsstrafe angesehen werden. Dazu Günther La Garde, Leiter der AKNÖ-Konsumentenberatung: "Für die NÖ Arbeiterkammer - als Aufdecker des größten Skandals in der Bankengeschichte - wäre es ein Wunsch, dass die 124 Millionen Euro in nachgewiesenen Fällen den geschädigten Kreditnehmern zu Gute kommen würden. Leider wird es bei dem Wunsch bleiben, denn stattdessen wird das Geld in den Verwaltungstopf der EU fließen."

Kreditzinsenskandal: knapp 5 Millionen Euro für NÖ Konsumenten

Die Konsumentenschützer halten fest, dass es bei dem so genannten Kreditzinsenskandal 2 Kategorien von Kreditinstituten gibt. Die einen, die (zumindest inoffiziell) zugestehen, dass Zinsensenkungen nicht korrekt an die Verbraucher weitergegeben wurden und die bereit sind, den Kreditnehmern das Geld zu refundieren.
Dazu gehören beispielsweise:
Bank Austria und CA Gruppe
Erste Bank
GE Capital Bank
Großteil der Sparkassen
Entrium Bank

Allein die Bank Austria und CA Gruppe zahlte den Kreditnehmern in den letzten sechs Wochen 214.192,62 € (2,947.354,60 S) zurück. Der kleinste zurückbezahlte Differenzbetrag betrug dabei 83,79 € (1.153 S) , die größte Summe machte 21.947,20 € (302.000 S) aus. Die durchschnittliche Differenzsumme beträgt 1.622,67 Euro (22.328,44 S). Über 4,8 Millionen Euro (ca. 67 Millionen Schilling) wurde den betroffenen Kreditnehmern allein in Niederösterreich seit Aufdecken des Kreditzinsenskandals von den Banken refundiert.

Dann gibt es jene Banken, die nicht anerkennen, dass den Konsumenten zuviel an Zinsen verrechnet wurde und diese Gruppe erklärt sich auch nicht bereit, den Konsumenten Geld zurückzuzahlen.
Die Finanzexperten der AKNÖ gehen davon aus, dass der Differenzbetrag in Sachen nicht korrekt weitergegebener Zinsenvergünstigungen allein in Niederösterreich zwischen 400 bis 650 Millionen € (ca. 6 bis 9 Milliarden S) ausmacht.

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