Jerusalem: Die Katze ist aus dem Sack: Das Obdachlosenzentrum Pazmanitengasse wird zugesperrt

Die Wiener Grünen kritisieren die Vorgangsweise der SR Laska, die sich wochenlang hinter dem "Gerückt Paz" versteckt hat.

Wien (Grüne) - Nach Informationen der Wiener Grünen wird das Tageszentrum für Obdachlose im 2. Bezirk in der Pazmanitengasse Ende Juni seine Tore schließen. Draußen vor der Tür bleiben die Obdachlosen, die hier wenigstens für einige Stunden zu Hause sein konnten. "Was Stadträtin Laska monatelang als bloßes Gerücht bezeichnet hat, wird Wirklichkeit. "Politik mit Herz" a la Häupl kann ganz schön grausam sein", so die Sozialsprecherin der Wiener Grünen, Susanne Jerusalem in einer ersten Reaktion.

Für viele Wiener Obdachlose ist die Pazmanitengasse eine beliebte Anlaufstelle, nicht nur weil die MitarbeiterInnen freundlich sind und Respekt für sie kein Fremdwort ist, sondern auch, weil hier einiges erledigt werden kann, was für Menschen mit Wohnung selbstverständlich ist, für Obdachlose aber ein Luxus. Duschen, Wäsche waschen oder einfach sitzen und ausruhen. Dinge also, die jede/r braucht, aber eben nicht jede/r hat. Und damit Obdachlose ihre Dokumente nicht den ganzen Tag in irgendwelchen Plastiksackeln spazieren tragen müssen und schlussendlich doch immer wieder verlieren, gab es ein besonderes Service in der Pazmanitengasse, denn hier konnten Dokumente einfach hinterlegt werden. Oder Post abgeholt werden. Oder ein Meldezettel erhalten werden. Oder einfach ein freundliches Wort empfangen werden. Jetzt ist Schluss.

Gemeinderätin Susanne Jerusalem: "Das ist Politik ohne Herz und Hirn. Nur weil die Obdachlosen nicht zur Kernwählerschaft der SPÖ gehören und als Gruppe zu klein sind, um umworben zu werden, streicht man sie einfach von der Liste". Jerusalem weist daraufhin, dass sich bislang zumindest der Bezirksvorsteher des 2. Bezirks gegen die Schließung gestemmt habe. Offenbar sei aber nun auch er in die Knie gegangen. Vermutlich wurde ihm mehr Streetwork am Praterstern versprochen. "Das ersetzt aber keine Räume, noch dazu wo die Bahn die Obdachlosen vertreibt, um den Bahnhof ‚clean’ zu halten. Diese Politik ist eine Schande für Wien", so Jerusalem abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: 01/4000-81814
http://wien.gruene.at

Pressereferat des Grünen Klubs im Rathaus

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR/GKR